Mit KZ-Tattoo im Schwimmbad Angeklagter kommt noch in diesem Jahr vor Gericht

Wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung muss ein Mann in Brandenburg vor Gericht: Sein Tattoo war in einem Schwimmbad aufgefallen, es zeigt unter anderem die Umrisse eines KZs. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.


Noch vor Weihnachten muss sich ein Mann im brandenburgischen Oranienburg vor Gericht verantworten, nachdem sein Nazi-Tattoo vor wenigen Wochen in einem Schwimmbad aufgefallen war. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neuruppin sagte.

Das Amtsgericht Oranienburg habe einem Antrag der Staatsanwaltschaft auf ein beschleunigtes Verfahren stattgegeben und einen Verhandlungstermin am 22. Dezember angesetzt, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Zeitung "Potsdamer Neueste Nachrichten" hatte zuerst über den bevorstehenden Prozess berichtet.

Der Mann war Ende November des Spaßbades in Oranienburg verwiesen worden, nachdem einem anderen Gast das Tattoo aufgefallen war: Auf dem Steißbein des Angeklagten ist der Schriftzug "Jedem das Seine" samt Umrissen eines Konzentrationslagers zu sehen. Der Satz stand am Haupttor des früheren Konzentrationslagers Buchenwald.

Die Polizei nahm daraufhin Ermittlungen auf. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Angeklagten um einen 27-Jährigen, der für die rechtsextreme NPD im Kreistag Barnim sitzt und Gemeindevertreter in Panketal ist.

aar/dpa

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