Schweiz Nespresso-Arbeiter entdecken halbe Tonne Kokain zwischen Kaffeesäcken

Die Drogen hätten auf dem Markt fast 50 Millionen Euro gebracht: Bei Nespresso in der Schweiz ist eine große Menge Kokain sichergestellt worden. Das Pulver kam per Schiffscontainer nach Europa.
Drogenpakete und Kaffeesäcke: Schweizer Polizei präsentiert Kokainfund

Drogenpakete und Kaffeesäcke: Schweizer Polizei präsentiert Kokainfund

Foto: POLICE CANTONALE FRIBOURG / via REUTERS

Auf dem Gelände eines Nespresso-Werks in der Schweiz sind 500 Kilogramm Kokain sichergestellt worden. Mitarbeiter des Nestlé-Tochterunternehmens hatten am Montag beim Entladen von Säcken mit frisch gelieferten Kaffeebohnen eine weiße Substanz entdeckt, wie die Polizei im Kanton Freiburg am Donnerstag mitteilte. Daraufhin hätten sie die Polizei alarmiert.

Die Beamten durchsuchten insgesamt fünf Schiffscontainer, die an diesem Tag per Zug auf das Werksgelände geliefert worden waren. Dabei stellten sie den Angaben zufolge mehr als 500 Kilogramm Kokain sicher. Die Anlagen zur Kaffeeherstellung seien nicht mit dem Kokain in Kontakt gekommen.

Laut ersten Ermittlungen stammte die Kaffeelieferung aus Brasilien. Das beschlagnahmte Kokain hat laut Polizei einen Verkaufswert von rund 48 Millionen Euro. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Drogen für den europäischen Markt bestimmt waren.

Erst Ende April war bekannt geworden, dass Ermittler eine internationale Bande von Drogenschmugglern zerschlagen haben. Mehr als 23 Tonnen Kokain soll die Gruppe aus Süd- und Mittelamerika in die Europäische Union verschifft haben. Allein 16 Tonnen entdeckten Zollfahnder im Februar 2021 im Hamburger Hafen.

20 Festnahmen bei Razzia gegen Drogenhändler

Bei einer groß angelegten Razzia seien Wohnungen und Geschäftsräume in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Paraguay durchsucht worden. Rund 20 Verdächtige seien vorläufig festgenommen worden – darunter auch mutmaßliche Drahtzieher.

Bereits seit 2020 sei die »Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift« (GER) von LKA und Zollfahndungsamt Hannover den international agierenden Rauschgiftschmugglern auf der Spur gewesen, hieß es. Im März 2021 habe es eine erste große Razzia mit vielen Festnahmen gegeben. Mehrere Beschuldigte seien bereits verurteilt worden.

Durch die Entschlüsselung von Nachrichten im Messengerdienst Sky ECC seien die Behörden dem internationalen Drogenschmuggel auf die Spur gekommen.

jok/AFP
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