Neue Ermittlungen Der Kanu-Mann, das Zauselbild und der falsche Pass

Wo hat sich der totgeglaubte Kanufahrer John Darwin in den vergangenen Jahren aufgehalten? Er selbst verrät nur Namen und Geburtsdatum. Die Polizei versucht nun, ihm mit einem neuen Foto auf die Schliche zu kommen, das er für einen gefälschten Pass nutzen wollte.


Hartlepool - Der vor fünf Jahren verschwundene Brite John Darwin bleibt wegen mutmaßlichen Versicherungsbetrugs in Haft. Ein Richter in der nordenglischen Stadt Hartlepool ordnete heute seine Festsetzung bis Freitag an. Dann wird es einen weiteren Gerichtstermin geben. Die Polizei veröffentlichte derweil ein neues Foto des 57-Jährigen. Die Bevölkerung wurde um Hinweise gebeten, wo sich Darwin in den vergangenen Jahren aufgehalten haben könnte.

Dem ehemaligen Gefängnisaufseher wird vorgeworfen, seinen Tod bei einem Kanu-Unfall 2002 vorgetäuscht zu haben, um seine Lebensversicherung im Wert von 25.000 Pfund (umgerechnet rund 35.000 Euro) kassieren zu können. Anfang des Monats tauchte er plötzlich wieder auf und machte Gedächtnisverlust geltend. Das veröffentlichte Foto zeigt ihn mit längerem Haar und Bart. Laut Polizei soll Darwin es benutzt haben, um 2003 unter falschem Namen einen Pass zu erlangen.

Vor dem Richter äußerte sich der Beschuldigte nicht zu den Vorwürfen. Er bestätigte lediglich seinen Namen und sein Geburtsdatum. Nach vier Minuten war der Haftprüfungstermin schon beendet. Darwins Frau Anne, der Komplizenschaft vorgeworfen wird, befindet sich ebenfalls in Polizeigewahrsam in Hartlepool und wurde von Beamten verhört. Sie war gestern Morgen aus Panama mit Zwischenstopp in den USA nach England zurückgekehrt.

Polizeisprecher Tony Hutchinson zeigte sich vor Journalisten heute besonders empört darüber, dass das Ehepaar auch seine eigenen Söhne so schwer getäuscht habe. Es gebe keinerlei Hinweise, dass die beiden jungen Männer von dem Betrug gewusst hätten. Diese haben sich öffentlich von ihren Eltern abgewendet.

Rob Harris, AP



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