Neugeborenes mit Schere getötet Polizistin räumt Tat ein

Eine junge Polizistin hat vor dem Landgericht Verden zugegeben, ihr neugeborenes Kind mit einer Schere erstochen zu haben. Laut Anklage fürchtete die 25-Jährige, sich finanziell einschränken zu müssen.

Angeklagte Polizistin Stefanie S., 25: Ruckartig auf das Baby eingestochen
DPA

Angeklagte Polizistin Stefanie S., 25: Ruckartig auf das Baby eingestochen


Verden - Eine Lüneburger Polizistin hat ihr Neugeborenes mit einer Schere getötet. Ihr Anwalt verlas am Mittwoch vor dem Landgericht Verden eine entsprechende Erklärung der Angeklagten. Sie könne sich selbst nur bruchstückhaft erinnern, hieß es in der Erklärung. "Ich kann mir nicht richtig erklären, was im Juli 2010 wirklich passiert ist."

Stefanie S. aus Scheeßel (Niedersachsen) soll am 10. Juli mit einer Schere auf ihren neugeborenen Jungen eingestochen, die Leiche versteckt und Tage später vergraben haben, so steht es in der Anklageschrift. Das mutmaßliche Motiv: Die 25-Jährige hatte Angst, mit einem Kind aus finanziellen Gründen auf ihr Cabriolet, ihr Motorrad und eine geplante Reise verzichten zu müssen. Davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Wegen Mordes muss sie sich vor dem Landgericht Verden verantworten.

"Der Gedanke an eine Schwangerschaft war ein Schock"

Mädchenhaft wirkt die Frau mit dem langen, dunkelblonden Pferdeschwanz, die in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wird. Als die Staatsanwältin Simone Fischer zu Prozessbeginn das grausige Verbrechen schilderte, senkte die Angeklagte den Blick. "Den Gedanken an eine Schwangerschaft empfand sie als Schock", so Fischer. Die Beamtin aus der Polizeidirektion Lüneburg habe sich zudem vor der Reaktion ihres Verlobten gefürchtet, denn Vater des Kindes war ihr Ex-Freund.

Stefanie S. soll die ungewollte Schwangerschaft überall geleugnet haben. Während ihr Verlobter schlief, brachte sie im Juli vergangenen Jahres im oberen Stockwerk ihres Wohnhauses ein Kind zur Welt. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft plante die 25-Jährige schon vor der Geburt, das Baby zu ermorden.

Nach Ansicht ihres Verteidigers ist der Vorwurf des Mordes nicht haltbar. Seine Mandantin habe die Schwangerschaft verdrängt, erklärte der Rechtsanwalt. Die 25-jährige Beamtin habe die Tötung nicht geplant.

jjc/dpa

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