"Headscarf for Harmony" Neuseeland trägt nach Anschlag Kopftuch

In ihrer Trauer um die Opfer des Attentats von Christchurch zeigen die Neuseeländer Solidarität mit Muslimen: Am Freitag wollen Frauen und Männer im ganzen Land Kopftücher aufsetzen.

AP

Die ersten Opfer des Terroranschlags von Christchurch sind inzwischen beerdigt. Am Freitag, genau eine Woche nach der Tat, sollen in Neuseeland zwei Schweigeminuten eingelegt werden. Die Initiative "Headscarf for Harmony" hat zu diesem Gedenken noch eine weitere Aktion vorgeschlagen, um der Opfer zu gedenken. Männer und Frauen seien gleichermaßen aufgerufen, ein Kopftuch anzulegen.

"Es ist eine einfache Einladung an ganz Neuseeland, um unsere Unterstützung zu zeigen, aber auch, um unsere Trauer als Neuseeländer anzuerkennen", sagte Organisatorin Thaya Ashman . Auf Twitter laufe die Aktion unter #headscarfforharmony (Kopftuch für Harmonie).

Bei den ersten Beerdigungen hatten schon Trauergäste, Polizistinnen und Rettungskräfte, die Verletzten halfen, ihr Haar verhüllt. Premierministerin Jacinda Ardern trug beim Besuch einer muslimischen Gemeinde ebenfalls bereits Kopftuch.

Bei dem Anschlag eines rechtsextremen Attentäters auf zwei Moscheen in Christchurch waren zahlreiche Muslime getötet worden. Nach bisherigem Stand starben 50 Menschen, 30 weitere wurden verletzt.

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Neuseelands Trauer: Headscarf for Harmony

Ardern sprach am Mittwoch an einer Schule, die zwei Schüler durch den Anschlag verlor. Eine nationale Trauerfeier will die sozialdemokratische Politikerin zu einem späteren Zeitpunkt veranstalten.

Bereits jetzt kündigte sie als Reaktion auf den Anschlag an, Neuseeland werde alle halbautomatischen Waffen nach militärischer Art verbieten. "Wir werden auch alle Sturmgewehre verbieten." Schnellfeuervorrichtungen wie sogenannte Bump Stocks und Großmagazine sollen ebenfalls aus dem Verkehr gezogen werden.

apr



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