Fall Jonny K. Beschuldigter sagt bei Prozess-Neustart aus

Mit zwei neuen Schöffen hat der Prozess um den Tod von Jonny K. wieder von vorn begonnen. Die Angeklagten wollen wie im ersten Verfahren Aussagen zu der Prügelattacke am Alexanderplatz machen.
Landgericht Berlin: Neustart im Prozess um den Tod von Jonny K.

Landgericht Berlin: Neustart im Prozess um den Tod von Jonny K.

Foto: Tim Brakemeier/ dpa

Berlin - Die zweite Auflage des Prozesses zum Tod von Jonny K. hat mit veränderter Schöffenbesetzung begonnen. Die Anklage wurde verlesen, zudem wurden die sechs Angeklagten über ihre Rechte und Pflichten belehrt. Die Beschuldigten kündigten an, auch im neuen Prozess auszusagen.

Onur U., der während der Ermittlungen als Haupttäter galt, trug seine Erklärung persönlich vor: "Ich möchte deutlich sagen, dass ich mit dem Tod von Jonny nichts zu tun habe, aber es lässt mich nicht kalt und ist mir alles andere als egal." Wie im ersten Verfahren räumte er ein, den Freund des Opfers massiv geschlagen zu haben.

Der erste Prozess war am Montag vor dem Landgericht wegen Befangenheit eines Laienrichters geplatzt. Zum Start des neuen Verfahrens bat der Vorsitzende Richter Helmut Schweckendieck insbesondere "alle, die beruflich hier sind", verantwortlich zu handeln. Mehr wolle er dazu aber nicht sagen.

Sämtliche Befragungen von Angeklagten und Zeugen müssen wiederholt werden. Die in den bisherigen Verhandlungstagen gewonnenen Erkenntnisse kann das Gericht aber weiterhin verwenden.

Jonny K. war in der Nacht zum 14. Oktober 2012 am Berliner Alexanderplatz niedergeschlagen und getreten worden. Der 20-Jährige starb an Hirnblutungen. Die sechs Angeklagten im Alter von 19 bis 24 Jahren hatten in dem ersten Verfahren Schläge oder Tritte zugegeben. Eine Verantwortung für den Tod des jungen Berliners hatten sie aber bestritten.

wit/dpa/AFP