Mutmaßliches Vergewaltigungsopfer Richter wollte von Frau wissen, ob sie "die Beine geschlossen" hielt

Ein Richter in New Jersey demütigte 2016 bei einem Prozess eine Frau, die offenbar vergewaltigt worden war. Nun muss er sich selbst vor Gericht verantworten.


Der Oberste Gerichtshof im US-Bundesstaat New Jersey befasst sich mit einem Richter, der mit einem herabwürdigenden Kommentar aufgefallen ist. Er fragte ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer, ob sie die Beine geschlossen gehalten habe. Die Anwältin des Richters sagte, ihr Mandant bereue die Frage.

Laut der Zeitung "Aspury Park Press" geht es um eine Verhandlung aus dem Jahr 2016 in Ocean County. Eine Frau habe vor Gericht versucht, eine einstweilige Verfügung gegen einen Mann durchzusetzen. Er habe sie physisch und verbal misshandelt, ihr Auto beschädigt und gedroht ihr Haus niederzubrennen. Außerdem habe er sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen.

Daraufhin fragte der Richter, was sie tat, um den Übergriff zu verhindern und ob sie ihre Beine geschlossen gehalten habe. Der Richter versuchte später, diese Aussage zu erklären. Er habe versucht, so von der Frau mehr über den mutmaßlichen Übergriff zu erfahren. Am Ende habe er ihr nicht geglaubt.

Ihr Mandant verstehe inzwischen, sagte die Anwältin, dass dies Worte seien, die man einem mutmaßlichen Opfer sexueller Übergriffe niemals sagen dürfe. Sie deuteten an, dass es die Schuld der Frau gewesen sei. Ihr Mandant bereue, dass der Frau dies weh getan haben könnte. "Dafür bittet er um Entschuldigung."

Das Oberste Gericht in New Jersey muss nun entscheiden, ob der Mann künftig weiter verhandeln darf.

jpz/AP

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