Vier Tote binnen neun Monaten US-Polizei bittet nach mutmaßlicher Mordserie an Muslimen um Hinweise

Die Polizei in der Stadt Albuquerque hofft nach Morden an vier muslimischen Männern auf Informationen über ein Fahrzeug. Moscheen werden indes zusätzlich geschützt. Der Fall beschäftigt nun auch US-Präsident Biden.
Ein Mann trauert bei einer Beerdigung für einen der in Albuquerque erschossenen Männer (Foto vom 5. August)

Ein Mann trauert bei einer Beerdigung für einen der in Albuquerque erschossenen Männer (Foto vom 5. August)

Foto: Chancey Bush / AP

Nach vier Morden an Muslimen binnen kurzer Zeit in der US-Stadt Albuquerque hoffen die Ermittler auf Hinweise aus der Bevölkerung. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) bat die Polizei im Bundesstaat New Mexico um Informationen zum Verbleib eines »Fahrzeugs von Interesse«. Dazu veröffentlichten die Behörden ein Foto einer grauen VW-Limousine.

Wie das Fahrzeug mit den Fällen im Zusammenhang steht, teilte die Polizei laut der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht mit. Auch ob nach einem oder womöglich mehreren Tätern gesucht werde, ist bislang nicht bekannt. Man gehe bereits verschiedenen Hinweisen nach, hieß es von den Ermittlern.

Am Freitag war in der Stadt mit rund 560.000 Einwohnern erneut eine Person tot aufgefunden worden, bei der es sich laut übereinstimmenden Medienberichten um ein weiteres Mitglied der muslimischen Community handelt. Man habe das Opfer nachts gefunden, nachdem jemand eine Schießerei gemeldet habe. Die Polizei teilte zudem mit, der Mord »könnte mit drei ähnlichen Mordfällen in Albuquerque zusammenhängen«.

Polizei spricht von Schüssen aus dem Hinterhalt

Zwei frühere Opfer waren erst Ende Juli und Anfang August innerhalb einer Woche im Südosten der Stadt getötet worden. Laut der Polizei stammen beide aus Pakistan. Der am Freitag gefundene Getötete habe zuvor an einer Trauerzeremonie für die beiden anderen Opfer teilgenommen, hieß es.

Der erste Fall, den die Polizei nun mit den neueren Morden in Verbindung bringt, stammt aus dem November 2021. Bei dem Opfer handelte es sich um Mohammad Ahmadi, einen muslimischen Mann aus Afghanistan. Alle drei Morde wurden Polizeiangaben zufolge ähnlich ausgeführt: Ohne Vorwarnung seien die Opfer aus dem Hinterhalt erschossen worden. Die Bundespolizei FBI unterstützt die örtliche Polizei bei den Ermittlungen.

Stadt erhöht Schutzmaßnahmen an Moscheen

Die Taten versetzen die muslimische Gemeinde in Albuquerque laut Medienberichten zunehmend in Angst. Einige der Mitglieder des Islamischen Zentrums von New Mexico wollen den Treffpunkt laut »New York Times « vorerst nicht mehr besuchen – aus Angst, Opfer einer weiteren Attacke zu werden. An dem Zentrum hatte es demnach bereits zuvor Brandanschläge gegeben.

Albuquerques Bürgermeister Tim Keller teilte mit, man werde die Polizeipräsenz vor den Moscheen der Stadt während der Gebetszeiten erhöhen und Mitgliedern der Gemeinde unter anderem Essen nach Hause liefern.

US-Präsident Joe Biden versicherte den Angehörigen der Glaubensgemeinschaft am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter seinen Beistand. »Diese hasserfüllten Angriffe haben keinen Platz in Amerika«, so der Präsident. »Ich bin erbost und traurig über die grausame Ermordung von vier muslimischen Männern in Albuquerque«, schrieb Biden. Seine Gebete seien »bei den Familien der Opfer, und meine Regierung steht fest an der Seite der muslimischen Gemeinschaft.«

fek/Reuters/dpa
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