Anschlag in New York Bombe explodierte nicht vollständig

Der Anschlag in New York hätte womöglich noch mehr Opfer fordern können. Ein Überwachungsvideo hat den Vorfall dokumentiert.


Marlyn Yu Sherlock war gerade in einem Geschäft in Manhattan, als sie die aus dem U-Bahn-Eingang strömenden Menschen sah: "Die Lautsprecheranlagen der Station spielten immer noch Weihnachtslieder", sagte sie dem US-Sender CNN, als die Menschen plötzlich "schreiend und in Panik" weggerannt seien.

Laut dem Sender wurde eine selbstgebaute Rohrbombe in einem unterirdischen Gang gezündet, der zwei U-Bahnlinien miteinander verbindet. Der Bahnhof befindet sich an der Ecke von achter Avenue und 42. Straße, in der Nähe des zentral gelegenen Times Square.

Die Behörden in New York bewerten den Vorfall als Terrorangriff. Bürgermeister Bill de Blasio sagte, es handele es sich um den Versuch eines Anschlags.

Auf einem Überwachungsvideo ist die Detonation um 7:20 Uhr Ortszeit zu sehen: Pendler zucken zusammen und gehen in Deckung gehen. Rauch breitet sich aus. In Windeseile flüchten Menschen aus dem Gang.

Als der Rauch sich langsam lichtet, kann man auf dem Überwachungsvideo jemanden auf dem Boden liegen sehen. Es ist offenbar der Mann, der die Bombe am Körper trug. Der 27-Jährige wurde von der Polizei verhaftet. Außer ihm wurden drei weitere Personen bei der Explosion verletzt.

Es hätte womöglich noch viel schlimmer kommen können: "Glücklicherweise explodierte die Bombe nur teilweise", sagte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo dem Sender CNN. Sie habe nicht die volle Wirkung gehabt, die wahrscheinlich beabsichtigt war. Die explosive Chemikalie habe sich zwar entzündet, aber die Rohrbombe sei selbst nicht explodiert.

Opfer nicht lebensbedrohlich verletzt

Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen rückten an, das Gebiet wurde abgesperrt. Auch mehrere U-Bahnlinien wurden evakuiert. Die Polizei rief die Menschen in der Metropole auf, die Gegend rund um den Busbahnhof zu meiden.

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New York: Explosion in Manhattan

Laut US-Sender ABC kommt der verdächtige Mann aus Bangladesch und lebt in Brooklyn. Den Sprengsatz habe er in seiner Wohnung montiert. Der Mann werde derzeit selbst wegen Platzwunden und Verbrennungen an Händen und Bauch behandelt.

Die drei Opfer trugen nach Angaben von Feuerwehrchef Dan Nigro nur leichtere Verletzungen davon. Sie litten demnach unter Ohrensausen und Kopfschmerzen.

Der frühere New Yorker Polizeichef Bill Bratton sagte im TV-Sender MSNBC, der Verdächtige habe im Namen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gehandelt.

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