New York Jury spricht deutsche Hochstaplerin schuldig

Die Tochter eines Lastwagenfahrers brachte die New Yorker High Society um viel Geld. Nun ist die 28-Jährige verurteilt worden. Ihr Anwalt sagt: Sie hat das Geld nicht genommen - es wurde ihr gegeben.

Anna Sorokin im Gerichtssaal in New York
Richard Drew/ AP/ DPA

Anna Sorokin im Gerichtssaal in New York


Der deutsch-russischen Hochstaplerin Anna Sorokin droht eine lange Freiheitsstrafe. Eine Jury hat die 28-Jährige wegen Leistungserschleichung und schweren Diebstahls schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll am 9. Mai verkündet werden, die Höchststrafe liegt bei 15 Jahren Gefängnis.

Sorokin gab sich als Anna Delvey aus, und behauptete ein Vermögen von 60 Millionen Euro geerbt zu haben. Mal sagte sie, ihr Vater sei ein Diplomat, mal soll er ein reicher Ölbaron gewesen sein.

Sie hat ihre Opfer laut Anklage um insgesamt 275.000 Dollar gebracht (lesen Sie hier mehr über die Vorwürfe). Sie soll geschickt gelogen haben und dabei selbstbewusst aufgetreten sein. So sei es ihr gelungen, von verschiedenen Banken Zehntausende Dollar an Krediten zu bekommen, gratis in Privatflugzeugen zu reisen oder monatelang in Luxushotels in Manhattan zu leben, ohne die Rechnungen zu begleichen. Staatsanwältin Catherine McCaw warf ihr während des Prozesses vor, mit "krimineller Absicht" gehandelt zu haben.

"Sie haben es ihr gegeben"

Sorokins Anwalt Todd Spodek wies die Vorwürfe dagegen zurück. "Sie hat nichts unternommen, um den New Yorkern ihr Geld abzunehmen - sie haben es ihr gegeben." Sie habe versucht, das Geld zurückzuzahlen, dafür aber mehr Zeit gebraucht. Seine Mandantin sei über den Schuldspruch der Jury verärgert.

Sorokin ist in der Nähe von Moskau geboren und Tochter eines Lastwagenfahrers. Als sie 16 Jahre alt war, ging die Familie nach Deutschland. Sorokin ging in Eschweiler bei Köln zur Schule. 2016 kam sie in die USA.

Der Fall hat in den USA für großes Aufsehen gesorgt. Der Streamingdienst Netflix und der Sender HBO planen bereits, die Geschichte zu verfilmen.

jpz/AFP/dpa/AP



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