New York Mann nach Brandanschlägen auf Synagogen festgenommen

"Tötet alle Juden", hat ein Mann in New York auf die Wände einer Synagoge geschmiert. Er soll außerdem versucht haben, weitere jüdische Einrichtungen anzuzünden. Inzwischen wurde er festgenommen.

Polizisten vor dem Union Temple in Brooklyn
Kena Betancur/ AFP

Polizisten vor dem Union Temple in Brooklyn


Die Polizei in New York hat einen Mann gefasst, der in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Bezirk Brooklyn versucht haben soll, mehrere Synagogen anzuzünden.

Laut der örtlichen Nachrichtenseite "Brooklyn Daily Eagle" wurden allein im Stadtteil Williamsburg acht Feuer gelegt, eines davon vor der Jeschiwa Beth Hillel. An sieben anderen Stellen brannten zudem Mülleimer vor Synagogen und jüdischen Hochschulen.

Außerdem soll der Mann in der Synagoge Union Temple mit schwarzem Filzstift antisemitischen Parolen an die Wände gemalt haben. "Tötet alle Juden", stand dort unter anderem. Bei der Festnahme sei der Mann "emotional verwirrt" gewesen, berichtete NBC-New York. Der Sachschaden durch die Brände sei gering, teilte die Polizei mit.

Veranstaltung abgesagt

Der New Yorker Stadtteil Brooklyn ist für seine ausgeprägte jüdische Kultur bekannt. In der beschmierten Synagoge sollte am Donnerstag eigentlich eine Veranstaltung zu den Halbzeit-Kongresswahlen stattfinden, die nach dem Vorfall jedoch abgesagt wurde.

Bill de Blasio, Bürgermeister von New York, dankte den Einsatzkräften, dass sie den Verdächtigen schnell festgenommen hatten. Sie hätten klargemacht, dass Antisemitismus und Hass keinen Platz in der Stadt haben.

Elf Tote bei Anschlag auf Synagoge in Pittsburgh

Erst am 28. Oktober 2018 hatte ein Mann bei einem antisemitischen Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh elf Menschen erschossen. Die Tat sorgte weit über die Grenzen der USA hinaus für Entsetzen. Das älteste Opfer des Angriffs, die 97-jährige Rose Mallinger, wurde am Freitag als letztes der Todesopfer in der Industriestadt im Nordosten der USA begraben.

Der 46-jährige mutmaßliche Schütze, Robert Bowers aus Pittsburgh, war am Sabbat-Tag mit einem Sturmgewehr und mindestens drei Pistolen bewaffnet in die Lebensbaum-Synagoge eingedrungen und hatte während einer Zeremonie zur Namensgebung für ein Baby das Feuer eröffnet.

Unter den sechs Verletzten war auch Mallingers 61-jährige Tochter. Bowers soll der Verfasser einer Reihe judenfeindlicher Botschaften im Onlinenetzwerk Gab.com sein. Dieses ist bei weißen Nationalisten und Mitgliedern der rassistischen Alt-Right-Bewegung beliebt.

jme/AFP

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