Diebstähle an der Upper East Side New Yorker Polizei schnappt 82-jährigen "Feiertagseinbrecher"

Er sah aus wie ein Gentleman - doch kaum waren die Anwohner verreist, soll er bei ihnen eingebrochen sein. Die New Yorker Polizei hat einen Rentner festgenommen, der wohl am liebsten feiertags auf Beutezug ging.

Der ältere Herr soll sich Zugang zu exklusiven Wohnungen an der Upper East Side in Manhattan verschafft haben
Eibner/ imago images

Der ältere Herr soll sich Zugang zu exklusiven Wohnungen an der Upper East Side in Manhattan verschafft haben


Er soll Uhren, Eheringe, Erbstücke und Schmuck gestohlen haben - wenn andere in die Ferien fuhren, ging ein Rentner aus dem US-Bundesstaat Florida mutmaßlich auf Beutezug. Die New Yorker Polizei hat an der Upper East Side einen 82-Jährigen festgenommen. Sie wirft dem Mann vor, allein im vergangenen Jahr in dem Stadtviertel im Osten Manhattans Gegenstände im Wert von 100.000 Dollar entwendet zu haben.

Mehrere Medien, unter anderem die "New York Times" und CNN, berichten, wie sich der ältere Herr Zugang zu den exklusiven Wohnungen verschaffte. Laut den Ermittlern passierte der Mann mit unterschiedlichen Strategien die Portiers am Eingang der Häuser. Demnach gab er manchmal an, selbst dort zu wohnen oder einen Freund zu besuchen. Andere Male verstrickte er die Anwohner in Unterhaltungen oder machte ihren Hunden Komplimente und gelangte so mit ihnen in das Haus. Mit dem Aufzug habe er anschließend die verschiedenen Stockwerke erreicht.

Auf den Fluren hielt er den Ermittlern zufolge Ausschau nach Wohnungen, bei denen große Mengen an Post oder Zeitungen vor der Tür darauf hinwiesen, dass die Bewohner verreist waren. Begegnete ihm währenddessen ein Anwohner, gab er an, sich im Stockwerk geirrt zu haben. "Er war nicht der typische Skimasken-Typ", sagte Ermittler Kevin Blacke der "New York Times". "Er sah aus wie ein typischer älterer Gentleman." Sein unauffälliges Verhalten, seine einfache Kleidung und seine großen Brillengläser hätten den Eindruck verstärkt.

An Feiertagen ging er offenbar am liebsten auf Beutezug

Die New Yorker Polizei fahndete seit Jahren nach dem Tatverdächtigen. Weil er mutmaßlich vor allem an Feiertagen wie dem Memorial Day, dem Nationalfeiertag oder über das Wochenende des Labor Days auf Beutezug ging, nannten ihn die Ermittler den "Feiertagseinbrecher". Die Fahndung sei mit den Jahren frustrierend geworden, sagte Polizist Blacke. Zu jedem Feiertag hofften die Ermittler den Mann zu schnappen, doch erst vor eineinhalb Wochen nahmen Zivilfahnder den 82-Jährigen fest.

An jenem Samstag wurde er von einem Portier abgewiesen, als er sich Zugang zu einem Wohnhaus verschaffen wollte. Der ältere Herr hatte erklärt, einen Freund namens Suarez besuchen zu wollen. Als der Portier ihm mitteilte, dass ein Herr mit diesem Namen nicht im Gebäude wohnen würde und ihn der Eingangshalle verwies, warteten vor der Tür die Ermittler. Laut der Polizei hatten Zivilfahnder den 82-Jährigen bereits einige Zeit überwacht. Nun erwischten sie ihn mit einer leeren schwarzen Tasche und nahmen den Mann fest. Ihm werden Einbruch und schwerer Diebstahl vorgeworfen, dafür drohen bis zu 15 Jahre Haft. Sein Anwalt ließ die Vorwürfe gegen seinen Mandanten auf Nachfrage von "New York Times" und CNN unkommentiert.

Der ältere Herr ist für die Polizei kein Unbekannter

Die Polizei glaubt, dass der ältere Herr für wesentlich mehr Einbrüche als bislang angenommen verantwortlich ist. Er gilt als Tatverdächtiger in mindestens zehn Fällen in den vergangenen fünf Jahren in New York. Der Wert seiner Beute soll demnach 400.000 Dollar betragen haben. Auch in anderen Staaten wie Kalifornien, Arizona oder Pennsylvania könnte er Einbrüche begangenen haben.

Für die Ermittler ist der ältere Herr kein Unbekannter. Bereits im Jahr 2001 wurde er bei einem Einbruch an der Upper East Side erwischt. Als ein Bewohner ihn in seiner Wohnung entdeckte, gab der Mann an, nach einem Gasleck zu suchen. Doch die alarmierte Polizei entdeckte in seiner Tasche 42 Schmuckstücke sowie eine Liste von verschiedenen Appartements, zu denen er Zeiten notiert hatte. Als er auf Kaution freigelassen wurde, setzte sich der Mann mit einer neuen Identität ab.

Für die Behörden blieb er unauffindbar. Bis jetzt.

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