New York Zwei Polizisten in der Bronx angeschossen

Wenige Wochen nach der tödlichen Attacke auf zwei New Yorker Polizisten ist erneut auf zwei Polizeibeamte geschossen worden. Die beiden Männer wurden jedoch wohl nicht gezielt, sondern im Einsatz bei einem bewaffneten Raubüberfall angegriffen.


New York - Noch trauert die New Yorker Polizei um zwei Ende Dezember getötete Kollegen, nun wurden zwei weitere Polizisten angegriffen. In der Bronx wurden sie bei einem Einsatz angeschossen und verletzt.

Laut dem New York Police Department (NYPD) waren zwei Beamte in zivil am Montagabend (Ortszeit) zu einem bewaffneten Überfall in einem Laden gerufen worden. Wie CNN berichtet, kontrollierten die Polizisten ein Auto, als die Schüsse fielen. Die Männer wurden demnach am Ellbogen und im Rücken getroffen, schweben aber nicht in Lebensgefahr. Das NYPD gehe davon aus, dass sie überleben werden.

Der mutmaßliche Schütze ist dem Bericht zufolge auf der Flucht. Laut Polizei könnte auch er eine Schussverletzung erlitten haben. Die Ermittler riegelten die Gegend ab, nach dem Täter wird mit einem Großaufgebot gefahndet.

Es soll sich nicht um eine geplante Attacke auf Polizisten handeln - wie es wohl am 20. Dezember der Fall war. Damals hatte der Schütze seinen Angriff auf die beiden Polizisten angekündigt. Offenbar wollte er die von Polizisten erschossenen Afroamerikaner Eric Garner und Michael Brown rächen. Eine Situation wie in der Bronx komme schon mal vor, zitiert die "New York Times" eine Polizeisprecherin.

Die Vorkommnisse fallen in eine Zeit, in der das Verhältnis zwischen Bürgermeister Bill De Blasio und den fast 50.000 Polizeibeamten des NYPD seit Wochen angespannt ist. Viele Polizisten geben ihrem politischen Dienstherren indirekt die Mitschuld an der Ermordung ihrer Kollegen Wenjian Liu und Rafael Ramos durch einen afroamerikanischen Täter.

Bei den Trauerfeiern für die getöteten Kollegen drehten Dutzende Beamte De Blasio den Rücken zu, als dieser das Wort ergriff. Ein Bericht der "New York Times" suggeriert, dass einige Beamte nur noch Dienst nach Vorschrift machen: Seit dem Mord an den beiden Kollegen sei die Zahl der Festnahmen und Strafzettel auffallend zurückgegangen.

gam/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
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HansPa 06.01.2015
1. So ist's richtig SPON
Sehr guter Bericht! Weiter so! Zwar gibt es in der Bronx schon seit 50 Jahren Stress, aber jetzt wird erstmal schön berichtet. Achtung: Tankstellen Überfall in LA. Unglaublich diese Gewalt in USA. Sowas gibt es hier nicht. Danke für die Aufklärung.
derigel3000 06.01.2015
2.
Ich frage mich, wie das passieren konnte, schließlich hat New York (Staat) und ganz besonders die Stadt das mit Abstand strengste Waffengesetz der USA, noch strenger fast, als das deutsche Gesetz. Oder sollten sich die Kriminellen etwa nicht an Gesetze...?
Promethium 06.01.2015
3.
Zitat von HansPaSehr guter Bericht! Weiter so! Zwar gibt es in der Bronx schon seit 50 Jahren Stress, aber jetzt wird erstmal schön berichtet. Achtung: Tankstellen Überfall in LA. Unglaublich diese Gewalt in USA. Sowas gibt es hier nicht. Danke für die Aufklärung.
In Hamburg wurden in der PKS 2013 76 Opfer von Straftaten gegen das Leben registriert., bei 1.7 Millionen Einwohnern sind das 4.4 pro 100000 Einwohner. In New York waren es zuletzt 328 Opfer von Tötungsdelikten. Bei 8.3 Millionen Einwohnern sind das aber nur 3.95 pro 100000 Einwohner.
Premiumbernd 06.01.2015
4. Aha, ein Waffennarr
Ich habe solch Argumente (die Kriminellen haben Waffen, der Bürger soll auch welche haben) auch in meinem Bekanntenkreis öfters gehört. Und darauf läuft Ihr Kommentar ja hinaus. Aber jetzt mal zu Ihren Anmerkungen. 1. Es ist ja nun mehr als fraglich, das die NY- Waffengesetze strenger sind als in Deutschland. 2. Ja, für amerikanische Verhältnisse sind sie streng. Aber was nutzt es, wenn überall lasche Waffengesetze herrschen. Wenn hier im Ruhrgebiet strenge und außerhalb lasche Gesetze herrschen, ist doch wohl klar, dass sich alle ohne Probleme mit Waffen versorgen können. Glücklicherweise ist das in Deutschland anders. Ich wüste nicht wo ich so einfach eine Waffe hernehmen sollte. Und in meinem Bekanntenkreis (der ist groß und alle, wirklich alle Schichten vertreten) hat keiner eine Waffe. Um genau zu sein, keine Schusswaffe.
Promethium 06.01.2015
5.
Zitat von PremiumberndIch habe solch Argumente (die Kriminellen haben Waffen, der Bürger soll auch welche haben) auch in meinem Bekanntenkreis öfters gehört. Und darauf läuft Ihr Kommentar ja hinaus. Aber jetzt mal zu Ihren Anmerkungen. 1. Es ist ja nun mehr als fraglich, das die NY- Waffengesetze strenger sind als in Deutschland. 2. Ja, für amerikanische Verhältnisse sind sie streng. Aber was nutzt es, wenn überall lasche Waffengesetze herrschen. Wenn hier im Ruhrgebiet strenge und außerhalb lasche Gesetze herrschen, ist doch wohl klar, dass sich alle ohne Probleme mit Waffen versorgen können. Glücklicherweise ist das in Deutschland anders. Ich wüste nicht wo ich so einfach eine Waffe hernehmen sollte. Und in meinem Bekanntenkreis (der ist groß und alle, wirklich alle Schichten vertreten) hat keiner eine Waffe. Um genau zu sein, keine Schusswaffe.
2002 wurden in Deutschland 12861 Gewaltdelikte mit Schusswaffen erfasst. Davon nur 36 mit legalen Schusswaffen. Sie sehen schon das die Verbrecher auch in Deutschland keine Probleme haben an Waffen zu kommen. Nach 2002 hat man seltsamerweise nicht mehr zwischen legalen und illegalen Waffen unterschieden. Nachzulesen ist das in der PKS 2002 des Bundeskriminalamtes. Man schätzt das in Deutschland etwa 20-30 Millionen illegale Schusswaffen im Umlauf sind. Im übrigen hat die Schweiz ein extrem liberales Waffengesetz aber dort werden weniger gemordet als in Deutschland. Mordrate Deutschland 0.8 und Schweiz 0.6.
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