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20. Dezember 2014, 23:48 Uhr

Schüsse in den Streifenwagen

Zwei Polizisten in New York getötet

Ein Mann hat im New Yorker Stadtteil Brooklyn in einen Streifenwagen der Polizei geschossen. Die beiden Polizisten, die in dem Wagen saßen, starben. Der mutmaßliche Todesschütze wurde wenig später tot aufgefunden.

New York - In New York sind zwei Polizisten in ihrem Streifenwagen niedergeschossen worden. Ein Mann eröffnete am Nachmittag im Stadtteil Brooklyn das Feuer auf die beiden Beamten, wie die Polizei mitteilte. Die zwei Männer starben. Der mutmaßliche Täter flüchtete nach den Schüssen in eine U-Bahnstation und nahm sich dort offenbar selbst das Leben.

Die beiden Polizisten wurden nach der Attacke zunächst in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde auch der Tod des einen Beamten festgestellt. Sein Kollege lebte zu diesem Zeitpunkt den Angaben zufolge noch, erlag aber kurze Zeit später seinen Verletzungen. Die Kugeln sollen die Polizisten im Oberkörper, teils auch im Kopf getroffen haben, sagte Kim Royster, stellvertretende Polizeichefin, der "New York Times".

Ob es einen Zusammenhang zwischen der Attacke und den seit Wochen andauernden Protesten gegen Polizeigewalt in New York gibt, ist bislang unklar. Auslöser der Massenproteste ist der Tod mehrerer schwarzer US-Bürger bei Polizeikontrollen oder Festnahmen in den vergangenen Monaten.

Zuletzt erzürnte die Menschen vor allem die Entscheidung einer Grand Jury, einen mutmaßlich für den Tod des schwarzen New Yorkers Eric Garner verantwortlichen weißen Polizisten nicht anzuklagen. Der 43-jährige Garner war im Juli in Staten Island von Polizeibeamten des illegalen Zigarettenverkaufs verdächtigt und niedergerungen worden.

Garner rief während des Einsatzes immer wieder "Ich kann nicht atmen", dann starb er an Herzversagen. Rechtsmediziner kamen nach ihrer Untersuchung der Leiche des Asthmatikers Garner zu dem Schluss, es habe sich um ein "Tötungsdelikt" gehandelt. Die Szenen der Festnahme waren später in einem Video öffentlich geworden. "Ich kann nicht atmen" ist seitdem zum Schlachtruf vieler Demonstranten in New York und anderen Städten geworden.

jbe/AP/AFP

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