Schüsse in den Streifenwagen Zwei Polizisten in New York getötet

Ein Mann hat im New Yorker Stadtteil Brooklyn in einen Streifenwagen der Polizei geschossen. Die beiden Polizisten, die in dem Wagen saßen, starben. Der mutmaßliche Todesschütze wurde wenig später tot aufgefunden.


New York - In New York sind zwei Polizisten in ihrem Streifenwagen niedergeschossen worden. Ein Mann eröffnete am Nachmittag im Stadtteil Brooklyn das Feuer auf die beiden Beamten, wie die Polizei mitteilte. Die zwei Männer starben. Der mutmaßliche Täter flüchtete nach den Schüssen in eine U-Bahnstation und nahm sich dort offenbar selbst das Leben.

Die beiden Polizisten wurden nach der Attacke zunächst in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde auch der Tod des einen Beamten festgestellt. Sein Kollege lebte zu diesem Zeitpunkt den Angaben zufolge noch, erlag aber kurze Zeit später seinen Verletzungen. Die Kugeln sollen die Polizisten im Oberkörper, teils auch im Kopf getroffen haben, sagte Kim Royster, stellvertretende Polizeichefin, der "New York Times".

Ob es einen Zusammenhang zwischen der Attacke und den seit Wochen andauernden Protesten gegen Polizeigewalt in New York gibt, ist bislang unklar. Auslöser der Massenproteste ist der Tod mehrerer schwarzer US-Bürger bei Polizeikontrollen oder Festnahmen in den vergangenen Monaten.

Zuletzt erzürnte die Menschen vor allem die Entscheidung einer Grand Jury, einen mutmaßlich für den Tod des schwarzen New Yorkers Eric Garner verantwortlichen weißen Polizisten nicht anzuklagen. Der 43-jährige Garner war im Juli in Staten Island von Polizeibeamten des illegalen Zigarettenverkaufs verdächtigt und niedergerungen worden.

Garner rief während des Einsatzes immer wieder "Ich kann nicht atmen", dann starb er an Herzversagen. Rechtsmediziner kamen nach ihrer Untersuchung der Leiche des Asthmatikers Garner zu dem Schluss, es habe sich um ein "Tötungsdelikt" gehandelt. Die Szenen der Festnahme waren später in einem Video öffentlich geworden. "Ich kann nicht atmen" ist seitdem zum Schlachtruf vieler Demonstranten in New York und anderen Städten geworden.

jbe/AP/AFP

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leinritt 21.12.2014
1. Mein lieber Spiegel
wie es von euch beschrieben wird, macht die Ermordung dieser zwei New Yorker Polizisten es gerecht, wegen den getoeteden James Garner. Es wurde mehr von James Garner berichtet als von den beiden armen gangland style ermordeten Polizisten. Es ist traurig wegen Garner, aber bitte die Kirche im Dorf lassen. Die meisten deutschen Leser kennen gar nicht die Verhaeltnisse der Polizei und deren Umgebung. Man muss auch mal die Seite der Polizei sehen und hoeren, damit ist nicht gesagt, dass diese Engel sind, oh nein, bei langem nicht. But what's fair is fair !
jm1973 21.12.2014
2. Echt schade,
dass Spon hier in einem Artikel und in einem Atemzug den Tod von 2 Polizisten und Garner erwähnt. GANZ sich war der Fall Garner suspekt und nicht sauber. Aber ihn in diesem Artikel zu erwähnen schmälert den Tod der beiden Polizisten und lässt ihn als gerechtfertigt erscheinen.
tinosaurus 21.12.2014
3. schwerer Fehler
den oder die Polizisten nicht anzuklagen, aber das ist in Amerika leider nichts Neues. Natürlich ist es keine rechtfertigung, einfach zwei unschuldige Polizisten wahllos abzuknallen. Noch ist allerdings auch der Zusammenhang nicht klar. In Amerika laufen genug Durchgeknallte mit Waffen durch die Gegend.
rüpelrudi 21.12.2014
4. Vielleicht waren ja
dieser Garner und auch Brown doch nicht die guterzogenen und netten Jungs aus der Nachbarschaft, die fröhlich singend und die Passanten grüßend einen kleinen Stadtbummel machten.Wünschenswert wäre eine objektive Darstellung der Vorgänge.Und hierzulande lachen sich gefasste Täter ja halb kaputt über die Befugnisse unserer Polizei.Die muß sich ja fast noch entschuldigen,wenn ein ertappter Dealer oder anderer Gesetzesbrecher auch nur angefasst wird.
elrikz 21.12.2014
5. Wenn Cops auf die Bevölkerung schießen
Finde ich das völlig gerechtfertigt, das auch in dem Artikel zu nennen. Denn die Frage ist ja durchaus berechtigt, ob rin durchgeknallter Mensch aufgrund der Vorkommnisse in letzter zeit "rache" üben wollte. Dass dies nicht zu unterstützen ist und dass spon nicht zur Selbstjustiz aufruft sollte reflektiereten lesern wohl klar sein. Dass aber ein Zusammenhang zw. Polizeigewalt u diesem verbrechen bestehen könnte ist ja durchaus denkbar...
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