Zum Inhalt springen

Entscheidung in New York Zwei Verurteilte in den USA nach 37 Jahren von Tötungsvorwurf freigesprochen

Sie waren im Jahr 1987 schuldig gesprochen worden, einen französischen Touristen getötet zu haben. Nun befasste sich ein Gericht in New York erneut mit dem Fall. Richter und Staatsanwalt lobten den Kampf der Männer für ihre Unschuld.
David Warren und Eric Smokes im Jahr 2017 in New York

David Warren und Eric Smokes im Jahr 2017 in New York

Foto: New York Daily News / ZUMA Wire / IMAGO

Nachdem sie mehr als zwei Jahrzehnte im Gefängnis verbracht hatten, sind zwei Männer aus New York vom Vorwurf freigesprochen worden, vor 37 Jahren einen französischen Touristen getötet zu haben. Eric Smokes und David Warren hätten »durch eine ungerechte Verurteilung Jahrzehnte ihres Lebens verloren«, erklärte Staatsanwalt Alvin Bragg bei der Bekanntgabe der Entscheidung.

Smokes und Warren waren im Jahr 1987 schuldig gesprochen worden, in der Silvesternacht nahe dem Times Square einen 71-jährigen Touristen aus Frankreich überfallen zu haben. Der Mann hatte bei dem Überfall durch einen Sturz einen Schädelbruch und innere Blutungen erlitten und war gestorben.

24 und 20 Jahre im Gefängnis

Die beiden damals 16 und 19 Jahre alten Angeklagten hatten stets ihre Unschuld beteuert, verbrachten nach ihrer Verurteilung jedoch 24 beziehungsweise 20 Jahre im Gefängnis, bevor sie auf Bewährung freigelassen wurden. Erst im Jahr 2022 wurde der Fall neu aufgerollt.

Dabei stellte sich laut Staatsanwalt Bragg heraus, dass Zeugenaussagen falsch, widersprüchlich oder unter Druck gemacht worden waren. Zudem hatten Smokes und Warren ein Alibi, das bewies, dass sie sich in der Tatnacht nicht am Times Square aufgehalten hatten.

»Ich bin beeindruckt von dem unnachgiebigen Einsatz von Herrn Smokes und Herrn Warren und hoffe, dass die heutige Entscheidung ihnen endlich ein gewisses Maß an Trost und Gerechtigkeit bringen kann«, so Bragg laut einem Bericht der »New York Times« .

Applaus und Jubel im Gerichtssaal

»Über dreißig Jahre später kämpfen Sie immer noch um Ihr Recht, dass ein Gericht Ihnen sagt, dass diese Verurteilungen nicht gerechtfertigt waren, und deshalb werde ich Ihnen heute dieses Recht zugestehen«, sagte Richter Stephen Antignani laut »New York Times«. Im Gerichtssaal sei Jubel und Applaus ausgebrochen.

In jüngster Zeit sind zahlreiche in den Achtziger- und Neunzigerjahren in New York gefällte Urteile aufgehoben worden. Damals war die US-Metropole eine Kriminalitätshochburg, entsprechend hoch war der Druck auf Polizei und Staatsanwaltschaft.

kub/AFP