Verdeckte Ermittler New Yorker Polizei löst Einheit zur Überwachung von Muslimen auf

Die Abteilung wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September gegründet, jetzt ist sie Geschichte: Die New Yorker Polizei hat eine Einheit verdeckter Ermittler abgeschafft, die Muslime überwachte.
Proteste gegen New Yorker Polizei (August 2013): Umstrittene Einheit aufgelöst

Proteste gegen New Yorker Polizei (August 2013): Umstrittene Einheit aufgelöst

Foto: Seth Wenig/ AP/dpa

New York - Die New Yorker Polizei (NYPD) hat eine umstrittene Einheit aufgelöst, die mit Hilfe verdeckter Ermittler Muslime überwachte. Die von der Einheit durchgeführten Ermittlungen könnten im Verdachtsfall ebenso durch direkten Kontakt der Beamten zu den betroffenen Gruppen übernommen werden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dies habe sich bereits gezeigt.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio begrüßte die Auflösung der Einheit, die infolge der Terroranschläge vom 11. September gegründet worden war. "Diese Reform ist ein entscheidender Schritt zur Entspannung zwischen der Polizei und den gesellschaftlichen Gruppen, denen sie dient", sagte de Blasio. So könnten Bürger und Polizisten sich gegenseitig dabei helfen, die echten Täter zu jagen.

Bürgerrechtsgruppen begrüßten die Auflösung, mahnten aber weitere Schritte an. "Wir hoffen, dass die diskriminierenden Aktivitäten der Demographics Unit nicht in anderen Teilen der Polizei fortgesetzt werden", sagte Donna Lieberman von der New York Civil Liberties Union. Ryan Mahoney vom Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen sagte, die Polizeieinheit habe Menschen allein aufgrund ihrer Religion zu Verdächtigen erklärt. Bürgermeister und Polizei müssten nun deutlich machen, dass ein solches Vorgehen endgültig beendet sei.

Bürgerrechtler hatten die Einheit immer wieder kritisiert. "Die NYPD-Abteilung für unamerikanische Aktivitäten", schrieb das "New York Magazine " im vergangenen Jahr. Laut der Nachrichtenagentur AP wurden Muslime in Moscheen, Restaurants oder Buchhandlungen von Zivilpolizisten beobachtet. Die Ermittler seien bereits in andere Abteilungen versetzt worden, sagte ein Polizeisprecher.

hut/AFP/AP
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