Niederlande Mann erschießt Passanten in Einkaufszentrum

In der niederländischen Stadt Alphen aan den Rijn hat ein Mann in einem Einkaufszentrum um sich geschossen. Die Polizei berichtet von sieben Todesopfern, vielen Verletzten. Der Täter soll mit einer Maschinenpistole bewaffnet gewesen sein und sich schließlich selbst getötet haben.

AP

Amsterdam - In den Niederlanden hat ein Mann am Samstag Mittag ein Blutbad unter den Kunden eines Einkaufszentrums angerichtet. Er schoss auf Passanten. Sieben Menschen starben bei der Schießerei, mehr als zehn Personen wurden teils schwer verletzt, teilte die Polizei mit. Unter den Toten ist auch der Täter. Er habe sich selbst erschossen, sagte ein Sprecher der betroffenen Gemeinde Alphen aan den Rijn.

Der staatliche Rundfunksender NOS berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, der Täter habe eine Maschinenpistole bei sich getragen. Mit einer zweiten Waffe, einer Pistole, habe er sich selbst in den Kopf geschossen.

Nach Berichten von Augenzeugen stürmte der Täter gegen Mittag in das Einkaufszentrum De Ridderhof in der rund 40 Kilometer südlich von Amsterdam liegenden Ortschaft Alphen aan den Rijn. "Er schoss wild um sich, wir rannten um unser Leben", sagte ein Frau. "Es brach eine Riesenpanik aus, die Leute stürzten übereinander."

"Katastrophe von enormer Größe"

Die Polizei brachte unmittelbar nach dem Amoklauf alle im Einkaufszentrum verbliebenen Besucher in Sicherheit, weil zunächst noch Angriffe weiterer Täter befürchtet wurden.

Auf einer Pressekonferenz nannte Bürgermeister Bass Eenhoorn den Vorfall eine "Katastrophe von enormer Größe". Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Es ist unglaublich, dass unsere Stadt an einem solch schönen Tag ein solches Blutbad erleben musste", sagte Eenhoorn.

Bei dem Amokläufer habe es sich um einen Einzeltäter gehandelt, sagte Eenhoorn. Augenzeugen sagten in niederländischen Medien, der Mann sei etwa 20 Jahre alt gewesen. Andere beschrieben ihn als etwa 25-Jährigen mit langen blonden Haaren. Er soll eine Lederjacke und eine Hose in Tarnfarben getragen haben. Die Behörden versuchten die Identität des Manns und der Opfer zu klären, sagte Eenhoorn.

"Er hat um sich geschossen, als wäre das der Wilde Westen"

Zum Zeitpunkt der Tat seien viele Menschen in dem Einkaufszentrum gewesen. "Es waren Eltern und Kinder. Es ist unfassbar, dass dies geschehen konnte", sagte Eenhoorn. Unter den Opfern seien auch Kinder. "Es wird alles getan, um Familie und Freunde in dieser Zeit so gut wie möglich zu betreuen."

Die Stadtverwaltung richtete eine Hotline ein, über die sich besorgte Angehörige informieren konnten. Das niederländische Fernsehen berichtete live vom Tatort und interviewte per Telefon zahlreiche Augenzeugen. Die meisten gaben an, zehn bis 20 Minuten lang seien Schüsse gefallen.

"Anfangs dachten wir, das wäre ein Feuerwerk", sagte Hajam Leouesset. "Aber sehr bald hat man Leute in alle Richtungen rennen sehen, und man hörte ihre Schreie", berichtete die junge Frau.

"Dann habe ich diesen Mann gesehen, der überall Blut hatte", so Leouesset weiter. Er habe um sich geschossen und sich schließlich in der Nähe der Kassen eines Supermarktes selbst umgebracht.

Ein Anwohner sagte, es sei mehrere Minuten lang geschossen worden. Als er in das Einkaufszentrum ging, um zu sehen, ob dort arbeitende Freunde unversehrt seien, habe er den Täter tot vor einem Lebensmittelgeschäft liegen sehen.

"Überall lag Glas. Er hat um sich geschossen, als wäre das der Wilde Westen", so der Anwohner.

Mindestens ein schwer verletztes Opfer sei im Krankenhaus gestorben, teilten die Behörden Samstagabend mit. Von den mehr als zehn Verletzten würden noch mehrere in Lebensgefahr schweben.

bac/dpa/dapd/AFP/APD



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