Bewaffnete Ausbildungscamps GSG 9 geht gegen Rechtsextreme vor

Sie sollen Waldbiwaks zur Waffenausbildung veranstaltet haben: Die Polizei hat gegen eine rechtsextreme Gruppe in Niedersachsen und Thüringen eine Razzia durchgeführt. An dem Einsatz war auch die Spezialeinheit GSG 9 beteiligt.
Razzia im thüringischen Haselbach

Razzia im thüringischen Haselbach

Foto: Stefan Thomas/ dpa

Die Polizei ist mit einer Razzia gegen die rechtsextreme Szene in Thüringen und Niedersachsen vorgegangen. Das teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt mit. Ein Beschuldigter wurde festgenommen. Er habe sich der Durchsuchung widersetzt und Polizisten attackiert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Gegen ihn solle Haftbefehl beantragt werden.

Die Mitglieder der Gruppierung sollen unter anderem Waldbiwaks in Südthüringen veranstaltet oder daran teilgenommen haben. Diese seien eine Art Ausbildungscamp mit Waffen gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Durchsucht wurden 14 Immobilien - überwiegend Wohnräume - in Südthüringen, im Raum Erfurt und in Göttingen.

Es werde wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen insgesamt 13 Beschuldigte ermittelt. Einige von ihnen sollen laut Erfurter LKA einer "international agierenden rechtsextremen Bewegung" zuzurechnen sein.

Deren Ziel sei, die Staats- und Gesellschaftsordnung in Deutschland und anderen europäischen Staaten abzuschaffen. Weitere Einzelheiten nannten die Ermittler bisher nicht.

An dem Einsatz am frühen Morgen waren auch Spezialeinheiten des Bundes - wie die GSG 9 - und der Länder Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen und Thüringen beteiligt.

brt/AFP/dpa
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