Wegen Mordes verurteilter Ex-Pfleger Patientenmörder Högel geht in Revision

Niels Högel ist wegen einer jahrelangen Mordserie zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung hat der frühere Krankenpfleger nun Revision beantragt.

Verurteilter Mörder: Nils Högel
FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Verurteilter Mörder: Nils Högel


Der vorige Woche zu lebenslanger Haft verurteilte Serienmörder und Ex-Krankenpfleger Niels Högel hat gegen diese Entscheidung des Oldenburger Landgerichtes einen Antrag auf Revision gestellt. Das teilte die Pressestelle des Gerichts mit.

Högel war am Donnerstag vergangener Woche wegen 85 Morden an Patienten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Oldenburg stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt. Zudem wurde Högel mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt.

Sollte die nun beantragte Revision zugelassen werden, dann werden von einer höheren Instanz ausschließlich etwaige Verfahrens- oder Rechtsfehler geprüft und nicht etwa erneut Tatsachen. Es findet keine neue Beweisaufnahme statt.

Högel war in diesem Prozess wegen Mordes in 100 Fällen angeklagt. In 15 Fällen sprach das Gericht den Angeklagten frei. Högel selbst hatte 43 Taten gestanden. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Mordes in 97 Fällen eine lebenslange Freiheitsstrafe unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld für ihn beantragt. Mehrere Nebenkläger hatten zudem auch auf eine anschließende Sicherungsverwahrung für den ehemaligen Krankenpfleger plädiert.

Högel soll von 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst Patienten mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den ehemaligen Pfleger bereits 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er sitzt in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg.

mxw/dpa

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