Getöteter US-Rapper Polizei nimmt Tatverdächtigen im Fall Nipsey Hussle fest

Seit den tödlichen Schüssen auf den US-Rapper Nipsey Hussle am Sonntag hat die Polizei in Los Angeles nach dem mutmaßlichen Täter gefahndet. Nun meldet sie einen Erfolg.

Trauernde haben in Los Angeles neben einem Bild von Nipsey Hussle Blumen und eine Flasche Hennessy gelegt
Ringo Chiu/ DPA

Trauernde haben in Los Angeles neben einem Bild von Nipsey Hussle Blumen und eine Flasche Hennessy gelegt


Die Polizei in Los Angeles hat eigenen Angaben zufolge den Mann festgenommen, der für die tödlichen Schüsse auf den amerikanischen Musiker Nipsey Hussle verantwortlich sein soll. "Der tatverdächtige Mörder von Nipsey Hussle wurde festgenommen und ist in Polizeigewahrsam", schrieb die Behörde bei Twitter. Zur Festnahme kam es den Angaben zufolge in der kalifornischen Stadt Bellflower südöstlich von Los Angeles.

Nipsey Hussle - dessen bürgerlicher Name Ermias Asghedom lautet - war am Sonntag vor seinem Modeladen im Süden von Los Angeles erschossen worden. Der Täter entkam laut Polizei in einem Wagen, der von einer bisher unbekannten Frau gesteuert wurde. Die Ermittler identifizierten am Montag einen 29-Jährigen als mutmaßlichen Schützen. Seitdem wurde nach dem Mann gefahndet. Er soll vor dem Modeladen auch auf zwei weitere Menschen geschossen und sie verletzt haben.

Laut Polizei kannten sich der Tatverdächtige und der Musiker. Es soll demnach am vergangenen Sonntag zum Streit zwischen den beiden Männern gekommen sein.

Video: Massenpanik bei Totenwache für Nipsey Hussle

David McNew/ AFP

Bei einer Gedenkveranstaltung für den Musiker wurden am Montagabend mehrere Menschen verletzt. In der Menge sei Panik ausgebrochen, weil Gerüchte über eine Schießerei die Runde gemacht hätten, sagte ein Augenzeuge der "Los Angeles Times". Mehrere Menschen seien niedergetrampelt worden.

Rund ein Dutzend Menschen seien vor Ort behandelt und einer ins Krankenhaus gebracht worden, schrieb der Polizeichef von Los Angeles, Michel Moore, auf Twitter unter Berufung auf einen vorläufigen Bericht der Feuerwehr. Er sprach von Chaos. Viele der Opfer seien wegen verstauchter Knöchel verarztet worden.

Fotostrecke

15  Bilder
Nipsey Hussle: Mahnwache endet in Massenpanik

Hussle stammte aus einer von Bandenkriminalität geprägten Gegend in Los Angeles. Später sprach er offen über seine Erfahrungen in der berüchtigten Crips-Gang: "Wir hatten mit Tod zu tun, mit Mord", sagte er 2018 der "Los Angeles Times". "Es war wie das Leben in einem Kriegsgebiet, wo die Menschen in den Häuserblocks sterben und jeder ein wenig abgestumpft ist."

Seine Musikerkarriere startete Hussle in der Untergrund-Hip-Hop-Szene. Lange Zeit war er kommerziell wenig erfolgreich, seine Kollegen aber schätzten schon früh seine Mixtapes. Jay-Z kaufte ihm 100 davon für jeweils 100 Dollar ab. Sein erstes im Studio produziertes Album "Victory Lap" brachte Hussle gleich eine Nominierung für einen Grammy als bestes Rap-Album ein. Er unterlag aber bei der Verleihung im Februar der Rapperin Cardi B.

aar/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.