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19. April 2019, 00:40 Uhr

Betrugsversuch in Norderstedt

Männer wollten Rentner Goldbarren entwenden - Bewährungsstrafe

Sie gaben sich als Polizisten aus und wollten einem Rentner Goldbarren im Wert von mehreren hunderttausend Euro abnehmen. Dann schritt die richtige Polizei ein.

Wegen eines Betrugsversuchs an einem demenzkranken Rentner hat das Amtsgericht Norderstedt in Schleswig-Holstein zwei Männer aus Berlin verurteilt. Der 38-jährige Hauptangeklagte gab zu, sich im Oktober 2017 als Kriminalpolizist ausgeben zu haben, um bei dem 88-Jährigen Goldbarren im Wert von rund 200.00 Euro abzuholen - ehe er von einem Spezialkommando der echten Polizei festgenommen wurde.

Zuvor hatten Anrufer aus einem Call-Center in der Türkei dem Rentner weisgemacht, sie seien Kriminalbeamte und wollten sein gefährdetes Vermögen in Sicherheit bringen. Der 24-jähriger Mitangeklagte gab zu, seinen Komplizen per Handy dirigiert zu haben.

Der Hauptangeklagte erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monate Haft, sein Komplize ein Jahr und zehn Monate.

Der Betrugsfall war aufgeflogen, weil ein Bankmitarbeiter misstrauisch geworden war, als der 88-Jährige kurz nach dem Kauf von zwölf Kilo Gold für 433.000 Euro erneut sechs Kilo für knapp 213.000 Euro erwerben wollte. Er schaltete die Polizei ein, die ein Scheingeschäft in die Wege leitete, um die Betrüger zu fassen.

Die größere Goldmenge war im September bei dem 88-Jährigen abgeholt worden. Von wem, konnte nicht aufgeklärt werden.

lie/dpa

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