Nordindien Mindestens 32 Menschen sterben an gepanschtem Alkohol

Es trifft vor allem arme Menschen, die sich keine lizensierten Spirituosen leisten können: In Nordindien sind mindestens 32 Menschen an verunreinigtem Alkohol gestorben. Der Verkäufer der gepanschten Getränke wurde festgenommen - und hat selbst seinen Sohn verloren.


Lucknow - Gepanschter Alkohol, gekauft in einem normalen Laden: Im Norden Indiens sind mindestens 32 Menschen an verunreinigtem Alkohol gestorben, etwa 50 Menschen werden im Krankenhaus behandelt. Die meisten Betroffenen waren arme Hilfsarbeiter, meldete die indische Polizei am Samstag.

Die Opfer hatten die Spirituosen in einem Laden in Adampur im Bundesstaates Punjab erworben. Sie erkrankten direkt nach dem Trinken, zitiert die Nachrichtenagentur AP den Polizeioffizier Arvibnd Sen. Die Verletzten seien in verschiedene lokale Krankenhäuser eingeliefert worden, manche verloren ihr Augenlicht.

Der Besitzer des Ladens wurde bereits festgenommen, unter den Toten befindet sich auch sein Sohn. Außerdem wurden acht Regierungsangestellte vom Dienst suspendiert. Ihnen wird möglicherweise Nachlässigkeit vorgeworfen, da sie den Verkauf der gepanschten Alkoholika erlaubt hatten.

Alkohol gestreckt mit Pestiziden

In Indien kommt es durch illegal zubereiteten Alkohol immer wieder zu Todesfällen, da sich gerade die ärmere Bevölkerung keinen geprüften, lizensierten Alkohol leisten kann. Um die Wirkung zu stärken, werden die illegalen Getränke häufig mit Chemikalien wie Pestiziden gestreckt.

Im Jahr 2011 hatte gepanschter Alkohol mehr als hundert Menschen in Ostindien das Leben gekostet. Die Opfer hatten gestreckten Schnaps getrunken, den eine illegale Kaschemme zu einem Drittel des üblichen Preises verkauft hatte. Im Jahr 2009 wurden knapp 200 Menschen im Westen Indiens mit Vergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert, Sicherheitskräfte schlossen daraufhin 1200 Schwarzbrennereien und nahmen rund 600 Menschen fest.

Auch in anderen Ländern wie Tschechien kommt es immer wieder zu Todesfällen durch Giftschnaps. Im Herbst 2012 etwa starben mehrere Menschen an mit hochgiftigen Methanol gepanschten alkoholischen Getränken. Polen, die Slowakei und Russland stoppten daraufhin die Einfuhr tschechischer Spirituosen.

irb/AP

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