USA Einbruch in Nordkoreas Botschaft - Verdächtiger festgenommen

Kurz vor einem Treffen Donald Trumps mit Kim Jong Un im Februar brachen Unbekannte in Nordkoreas Botschaft in Madrid ein. Nun wurde ein Mann im Zusammenhang mit dem Einbruch gefasst - ein früherer US-Marinesoldat.

Nordkoreanische Botschaft im Madrid
Pablo Blazquez/ Getty Images

Nordkoreanische Botschaft im Madrid


Es war ein Einbruch, der den Ermittlern Rätsel aufgab: Kurz vor einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hatte eine Gruppe die nordkoreanische Botschaft in Madrid gestürmt. Nun ist ein früherer US-Marinesoldat in den USA im Zusammenhang mit dem Einbruch festgenommen worden.

Der Mann sei am Freitag einem Gericht in Los Angeles vorgeführt worden, berichtete die "Washington Post". Der Verdächtige soll der politischen Gruppe "Free Joseon" angehören, die zu einem Sturz des nordkoreanischen Machthabers Kim aufruft.

Der Einbruch in der Botschaft des abgeschotteten, kommunistischen Landes in der spanischen Hauptstadt hatte sich wenige Tage vor einem Treffen Trumps mit Kim am 27. Februar in Hanoi ereignet. Dabei wurden Computer und andere Gegenstände gestohlen. Details blieben unklar, Berichte spanischer Zeitungen legten damals eine Verbindung mehrerer Beteiligter zum US-Auslandsgeheimdienst CIA nahe.

"Der letzte US-Bürger, der vom Kim-Regime in Haft genommen wurde, überlebte nicht"

Im März erklärte sich "Free Joseon", die sich auch "Cheollima Civil Defence" nennt, verantwortlich für den Einbruch. Sie habe seitdem Informationen "von enormem, potenziellen Wert" mit der US-Bundespolizei FBI geteilt.

In einer Erklärung auf ihrer Website hieß es, die Gruppe sei "bestürzt", dass das US-Justizministerium Haftbefehle gegen US-Bürger erlasse, die auf Strafanzeigen seitens Nordkoreas beruhten. "Der letzte US-Bürger, der vom Kim-Regime in Haft genommen wurde, kehrte gefoltert nach Hause zurück und überlebte nicht", hieß es in der Mitteilung in Anspielung auf den Studenten Otto Warmbier.

Warmbier war Anfang 2016 nach einer Gruppentour in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. 2017 wurde er freigelassen und zurück in die USA gebracht. Ein paar Tage später starb er. Warmbier hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

skr/dpa

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