Rechte "Prepper"-Gruppe Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen "Nordkreuz"-Gründer Marko G.

Die Staatsanwaltschaft hat ein früheres SEK-Mitglied angeklagt. Der Polizist soll illegal Waffen und Munition gehortet und die rechte Prepper-Gruppe Nordkreuz auf den "Tag X" vorbereitet haben.

SEK-Beamte (Archivbild): Telegram-Chatgruppen "Nordkreuz" und "Nord Com"
Fabrizio Bensch/ REUTERS

SEK-Beamte (Archivbild): Telegram-Chatgruppen "Nordkreuz" und "Nord Com"


Marko G. soll die rechte "Prepper"-Gruppe "Nordkreuz" mitbegründet haben. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat nun Anklage gegen den Polizisten erhoben. Das frühere Mitglied der Spezialeinsatzkräfte (SEK) der Polizei wird beschuldigt, Munition aus Beständen des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern zusammengetragen zu haben - um an einem "Tag X" zuschlagen zu können.

Dem Drahtzieher in dem Munitionsskandal, in den auch andere SEK-Beamte verwickelt sein sollen, wirft die Anklagebehörde nach eigenen Angaben Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz zur Last. Neben der Telegram-Chatgruppe "Nordkreuz" habe G. auch die Gruppe "Nord Com" gegründet, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Schwerin.

Weitere Polizisten unter Verdacht

Die "Prepper"-Gruppe "Nordkreuz" ist seit Anfang 2016 aktiv. Sie wollten sich unter anderem mit dem Anlegen von Waffendepots auf schwere Krisen des Staates vorbereitet haben. Bei einer Hausdurchsuchung waren Mitte Juni im Wohnhaus und in einem Bungalow des Angeklagten Waffen und etwa 31.500 Schuss Munition sowie Sprengkörper gefunden worden, darunter auch eine Uzi-Maschinenpistole aus Bundeswehr-Beständen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft.

Seit August 2017 ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen die "Nordkreuz"-Gruppe wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Im Zentrum der Ermittlungen stehen ein Rostocker Anwalt und ein suspendierter Polizist aus einem Dorf bei Schwerin, die der "Prepper"-Szene angehören sollen. Die Bundesanwaltschaft lässt bislang offen, ob sie gegen diese beiden Männer ebenfalls Anklage erhebt.

Bei einer Antiterrorrazzia gegen "Nordkreuz"-Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern waren 2017 auch umfangreiche Namenslisten sichergestellt worden. Auf diesen Listen wurden Menschen geführt, die angeblich aus dem linken Lager stammen. Vielfach wurden die Betroffenen von den Behörden darüber nicht informiert.

apr/dpa



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