"Nordkreuz"-Gruppe SEK-Polizist fiel schon vor Jahren mit rechtsradikalen Ansichten auf

Marko G. hortete Zehntausende Schuss Munition und wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Nach SPIEGEL-Informationen waren anderen Polizisten bereits 2009 die Parolen des SEK-Scharfschützen aufgestoßen.
Kontrolle vor Prozess in Schwerin (Archiv): 40.000 Schuss Munition

Kontrolle vor Prozess in Schwerin (Archiv): 40.000 Schuss Munition

Foto: Bernd Wüstneck/ DPA

Ein suspendierter SEK-Beamter aus Mecklenburg-Vorpommern, Gründer der obskuren "Nordkreuz"-Gruppe, fiel schon vor Jahren mit seiner Begeisterung für den Nationalsozialismus auf. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einem vertraulichen Bericht der Expertenkommission hervor, die die alarmierenden Vorgänge um den Beamten und einige seiner Kollegen aufgearbeitet hat.

Bereits 2009 waren anderen Polizisten während eines Trainings in Güstrow die Parolen aufgestoßen, die der SEK-Scharfschütze Marko G. von sich gab. In einem Vermerk an die Spitze des Landeskriminalamts hieß es damals, G. interessiere sich auffällig für den Nationalsozialismus und insbesondere für die SS, "ohne die nötige Distanz" erkennen zu lassen. Doch das alarmierende Schreiben versandete.

DER SPIEGEL 33/2020

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Jahre später richtete G. eine Chatgruppe namens "Nordkreuz" ein, in der sich rechte Prepper versammelten. Gegen zwei Mitglieder des klandestinen Kreises ermittelt der Generalbundesanwalt seit drei Jahren, G. ist nicht darunter. Das Landgericht Schwerin verurteilte ihn wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Bewährungsstrafe. Der Polizist hatte sich illegal eine Uzi-Maschinenpistole und teilweise illegal 40.000 Schuss Munition beschafft. G. sagte dem SPIEGEL, "jeder macht mal Scheiße", und wies den Vorwurf zurück, rechtsextrem zu sein.

gla