Gegen 41 Jahre alten Belgier Anklage nach Säureangriff auf ehemaligen Innogy-Manager erhoben

Mehr als vier Jahre nach dem Überfall auf den ehemaligen Energiemanager Bernhard Günther hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. DNA-Spuren sollen einen 41-jährigen Mann überführen.
Bernhard Günther trug schwere Verletzungen davon

Bernhard Günther trug schwere Verletzungen davon

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa

Am 4. März 2018 wurde der damalige Innogy-Manager Bernhard Günther beim Brötchenholen von zwei Männern überfallen und mit Säure übergossen. Mehr als vier Jahre später hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal nun Anklage in dem Fall erhoben. Wie die Behörde mitteilte, werde ein 41-Jähriger »wegen absichtlich herbeigeführter gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung« vor der großen Strafkammer des Landgerichts Wuppertal angeklagt.

Der Tatverdächtige wurde im Dezember in der belgischen Provinz Limburg festgenommen. Eine am Tatort sichergestellte DNA-Spur belastet laut Staatsanwaltschaft den Mann, bislang äußerte er sich nicht. Ihm drohen zwischen 3 und 15 Jahren Haft.

Im Oktober 2019 war im Zusammenhang mit der Tat ein Mann in Köln verhaftet worden, der jedoch später wieder freigelassen wurde. Danach hätten sich Hinweise auf den zweiten Verdächtigen aus Belgien verdichtet, heißt es. Insgesamt wurde Behördenangaben zufolge gegen vier Verdächtige ermittelt. Wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, konnte ein Tatverdacht gegen weitere Beschuldigte nicht erhärtet werden, die Ermittlungsverfahren seien eingestellt worden.

Günther vermutet Motiv im »beruflichen Umfeld«

Günther erlitt bei dem Angriff schwere Verletzungen. Er war zur Tatzeit Finanzchef der später von E.on übernommenen RWE-Tochter Innogy. Inzwischen hat er das Unternehmen verlassen. Innogy hatte eine Belohnung von 100.000 Euro ausgesetzt. In einem Interview hatte sich Günther überzeugt davon gezeigt, dass das Motiv hinter der Tat im »beruflichen Umfeld« liege. Wenige Tage nach dem Überfall war bekannt geworden, dass die RWE-Tochter Innogy zerschlagen und Teile vom Konkurrenten E.on übernommen werden sollten.

Die Staatsanwaltschaft nannte in ihrer Presseerklärung zur Anklageerhebung kein mögliches Motiv. Günther hatte nach der Festnahme des 41-Jährigen im Dezember mitteilen lassen: »Durch die Festnahme erhoffe ich mir, unserem Ziel ein großes Stück näher gekommen zu sein, die Mittelsmänner und den Auftraggeber dieses Angriffs auf mich zu identifizieren.«

hba
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