Nordrhein-Westfalen Behörden lassen Angestellte ohne Polizeiausbildung Kinderpornografie sichten

Künftig sollen in Nordrhein-Westfalen auch Menschen, die keine Polizisten sind, kinderpornografisches Material sichten. Für die Bewerber gelten besondere Anforderungen.

Rolf Vennenbernd/ DPA

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen will zukünftig auch Mitarbeiter ohne kriminalistische Erfahrung zum Sichten kinderpornografischen Materials beschäftigen. Man komme bei den immer weiter steigenden Datenmengen kaum hinterher, hieß es nun vom Landeskriminalamt (LKA).

Für die neu eingerichteten Stellen seien 150 Bewerbungen eingegangen, sagte Sven Schneider vom Cybercrime-Kompetenzzentrum des LKA dem SPIEGEL: "Wir haben die Stellen bewusst nicht intern ausgeschrieben, es haben sich also Leute außerhalb der Polizei beworben, Sozialwissenschaftler und Juristen, auch ein Psychologe ist dabei."

Für Bewerber gibt es Schneider zufolge mehrere besondere Anforderungen: "Sie müssen psychisch belastbarer sein als der Normalbürger, sie müssen sich Gesichter und Stimmen gut merken können." (Hier lesen Sie das ganze Interview.)

In der Ausschreibung wurde unter anderem eine abgeschlossene Ausbildung im IT-, Büro-, oder Verwaltungsbereich mit guter Abschlussnote oder ein Studium verlangt. Das Auswahlverfahren läuft laut LKA noch, es soll bald abgeschlossen werden.

Laut LKA gab es Pläne für diese Initiative bereits vor dem Bekanntwerden des vielfachen Missbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde. Dort sollen über Jahre hinweg zahlreiche Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein. Dem 56-jährigen Hauptverdächtigen Andreas V. wirft die Staatsanwaltschaft in der Anklage 293 Fälle vor. Untersucht werden in dem Fall viele Tausend Bild- und Videodateien.

bbr/mxw/le/dpa



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