15 Objekte in Nordrhein-Westfalen Durchsuchungen wegen gefälschter Impfpässe – zwei Verhaftungen

Zehn Beschuldigte sollen gemeinsam Corona-Impfpässe gefälscht haben. Dafür nutzten sie womöglich auch die Technik einer Apotheke. Bei einer Razzia in NRW fand die Polizei offenbar auch falsche Arztstempel.
Impfpässe (Symbolbild)

Impfpässe (Symbolbild)

Foto: Stefan Puchner / dpa

Mit einem Großeinsatz sind Ermittler in Nordrhein-Westfalen gegen eine mutmaßliche Bande von Impfpassfälschern vorgegangen.

Rund 200 Einsatzkräfte hätten am Morgen insgesamt 15 Objekte in Düsseldorf, Duisburg, Köln und vier weiteren Städten durchsucht, teilen Staatsanwaltschaft und Bundespolizei in Düsseldorf mit . Dazu zählten den Angaben zufolge zwölf Wohnräume, zudem eine Apotheke, ein Coronatestzentrum und ein Kosmetikstudio.

Zwei Hauptbeschuldigte, eine 40 Jahre alte Frau und ein 44 Jahre alter Mann, seien verhaftet worden.

Insgesamt liefen Ermittlungen gegen zehn Beschuldigte im Alter zwischen 32 und 57 Jahren. Sie werden den Angaben zufolge verdächtigt, gemeinschaftlich und »in erheblichem Umfang« gefälschte Bescheinigungen über Coronaschutzimpfungen mit entsprechenden QR-Codes hergestellt zu haben. Dabei sollen sie die IT-Infrastruktur einer Apotheke und entsprechende Zugriffsmöglichkeiten auf das Zertifikatesystem genutzt haben.

Mögliche Beweise sichergestellt

Bei den Durchsuchungen sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, heißt es. Etwa 300 Impfbücher, rund tausend Etiketten von Impfchargen, zehn falsche Arztstempel, Datenträger und Mobiltelefone seien beschlagnahmt worden. Zudem seien insgesamt 45.000 Euro Bargeld sowie hochwertige Armbanduhren im Wert von 15.000 Euro gepfändet worden. Bei einem Beschuldigten hätten die Ermittler gefährliche Gegenstände und verbotene Waffen entdeckt, darunter Messer und ein Schlagring.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf erwirkte nach eigenen Angaben einen Beschluss zur sogenannten Einziehung von Wertersatz in Höhe von insgesamt 132.000 Euro.

ptz/AFP