Nordrhein-Westfalen LKA jagt Geldautomaten-Bande

Sprengung von Geldautomaten, Blitzeinbrüche bei Juwelieren, spektakuläre Flucht in hochmotorisierten Autos: In Nordrhein-Westfalen häuften sich zuletzt Fälle dieser Art. Jetzt übernimmt das Landeskriminalamt die Ermittlungen.

Erfolglose Jagd (Archiv): Ein Polizist sichert einen Kanister, mit dem die Täter nachgetankt hatten
DPA

Erfolglose Jagd (Archiv): Ein Polizist sichert einen Kanister, mit dem die Täter nachgetankt hatten


In Nordrhein-Westfalen hat es laut Landeskriminalamt (LKA) in diesem Jahr bereits 31 Angriffe auf Geldautomaten gegeben, acht dieser Sprengversuche scheiterten demnach.

Diese Taten müssen "beendet werden", wie LKA-Direktor Uwe Jacob mitteilte. Deshalb wurde eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die ab sofort sämtliche dieser Straftaten in NRW zentral analysieren soll, um die Täter zu identifizieren und festzunehmen. Die Leitung übernehmen laut Jacob erfahrene Ermittler des Dezernats zur Bekämpfung organisierter Kriminalität.

In diesem Zusammenhang wird auch die spektakuläre Flucht eines schwarzen Audi RS 4 von Düsseldorf aus durch das westliche Ruhrgebiet in die Niederlande analysiert. Vier Maskierte hatten sich eine wilde Verfolgungsjagd mit Hunderten Polizisten geliefert. Dabei rasten sie mit mehr als 250 Kilometern pro Stunde nicht nur sämtlichen Streifenwagen davon, sondern hängten auch einen Polizeihubschrauber ab. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE geht das LKA davon aus, dass eine moldauische Bande hinter der spektakulären Flucht stecken könnte.

Erste Erkenntnisse aus einer Besprechung mit der niederländischen Polizei lassen den Schluss zu, dass die Geldautomaten-Sprenger mehreren Gruppen angehören, die sich in den Niederlanden aufhalten. Die Taten wurden in wechselnder personeller Zusammensetzung begangen. In der Regel seien an den Raubzügen vier bis fünf Personen beteiligt gewesen und bereits vollmaskiert zu den Tatorten gefahren, heißt es in einer LKA-Analyse.

Ein Teil der Geldautomaten-Sprengungen und drei Blitzeinbrüche in Leverkusen, Bielefeld und Hagen - alle im August 2015 begangen - dürften diesen Gruppen zuzurechnen sein.

"Wir müssen unbedingt verhindern, dass unbeteiligte Bürger oder Polizeibeamte bei solchen lebensgefährlichen Verfolgungsfahrten gefährdet werden und zu Schaden kommen", sagte LKA-Dezernatsleiter Dietmar Kneib. Vorrang habe zunächst, weitere Sprengungen von Geldautomaten zu verhindern.

wit



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