NRW Clan-Bekämpfer wird Polizei-Inspekteur

Wachwechsel im NRW-Innenministerium: Nach SPIEGEL-Informationen wird Michael Schemke neuer Inspekteur der Polizei. Ausgezeichnet hat er sich als Kopf der Strategie gegen kriminelle Clans.

Polizist Schemke
Roland Weihrauch/ DPA

Polizist Schemke


Die harte Linie gegen kriminelle Clans in Nordrhein-Westfalen hat nun auch personelle Konsequenzen in der Polizei. Innenminister Herbert Reul (CDU) will den Chef-Planer seiner Null-Toleranz-Strategie zum ranghöchsten Polizisten in Uniform ernennen. Michael Schemke, 58, wird im November Bernd Heinen, 64, als Inspekteur der Polizei ablösen. Heinen geht altersbedingt in den Ruhestand. Damit erreicht das Konzept gegen Clans, das unter anderem häufige Kontrollen und eine hohe Präsenz im öffentlichen Raum vorsieht, die höchste Führungsebene der Schutzpolizei.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 41/2019
Vor 500 Jahren: Wie ein spanischer Abenteurer die geheimnisvolle Großmacht vernichtete

Lange Zeit hatte sich die nordrhein-westfälische Staatsmacht wenig für die Umtriebe der Sippen interessiert. Während die Strafverfolger in Berlin und Bremen schon länger an dem Phänomen arbeiteten, folgten die Beamten im Westen anderen Prioritäten. "Die Politik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig um das Phänomen gekümmert. Wir haben es verpennt", räumte Innenminister Herbert Reul, seit Mitte 2017 im Amt, im Interview mit dem SPIEGEL ein. Der CDU-Politiker machte das Thema zu einem seiner Schwerpunkte - und Schemke war federführend dabei.

Der Leitende Polizeidirektor Schemke verantwortete bislang eines der beiden Einsatzreferate im Ministerium. Er gilt als durchsetzungsstark, erfahren und gut vernetzt im Apparat. Der Familienvater, dessen Sohn ebenfalls bei der Polizei arbeitet, ist seit mehr als 40 Jahren Beamter und hat sich vom Polizeiwachtmeister hochgedient. Als Inspekteur wird er nun zuständig für alle uniformierten Polizisten in Nordrhein-Westfalen - das sind etwa 30.000 Frauen und Männer.

jdl

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spiegeleix 07.10.2019
1. So so, die Strafverfolger in Berlin und Bremen
arbeiten schon länger an dem Phänomen...Scheint nur nicht viel bei rumzukommen, hat man so den Eindruck
entenmama4 07.10.2019
2. So so ......
.... was sagte Herr Reul, " .... wir haben es verpennt...", Die Zeit um solche Clans effektiv und umfassend hart zu bekämpfen, ist schon seit etlichen (!!!!) Jahren "verpennt" / verschlammt worden, da ihre Beziehungen seeeeehr weit reichen. UND durch ständigen Zulauf von neuen Unterstützern durch Migranten wird DAS Bekämpfen eine Mammutaufgabe werden und dagegen kommt die deutsche Kuschelpolitik wohl kaum an. Ich hoffe , für den neuen Chef, das ihm nicht jeder kleine Anwalt ihm Steine in den Weg legen kann und das er hart und umfassend durchgreifen wird - besser gesagt, durchgreifen darf!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.