NRW Clan-Bekämpfer wird Polizei-Inspekteur

Wachwechsel im NRW-Innenministerium: Nach SPIEGEL-Informationen wird Michael Schemke neuer Inspekteur der Polizei. Ausgezeichnet hat er sich als Kopf der Strategie gegen kriminelle Clans.

Die harte Linie gegen kriminelle Clans in Nordrhein-Westfalen hat nun auch personelle Konsequenzen in der Polizei. Innenminister Herbert Reul (CDU) will den Chef-Planer seiner Null-Toleranz-Strategie zum ranghöchsten Polizisten in Uniform ernennen. Michael Schemke, 58, wird im November Bernd Heinen, 64, als Inspekteur der Polizei ablösen. Heinen geht altersbedingt in den Ruhestand. Damit erreicht das Konzept gegen Clans, das unter anderem häufige Kontrollen und eine hohe Präsenz im öffentlichen Raum vorsieht, die höchste Führungsebene der Schutzpolizei.

Lange Zeit hatte sich die nordrhein-westfälische Staatsmacht wenig für die Umtriebe der Sippen interessiert. Während die Strafverfolger in Berlin und Bremen schon länger an dem Phänomen arbeiteten, folgten die Beamten im Westen anderen Prioritäten. "Die Politik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig um das Phänomen gekümmert. Wir haben es verpennt", räumte Innenminister Herbert Reul, seit Mitte 2017 im Amt, im Interview mit dem SPIEGEL  ein. Der CDU-Politiker machte das Thema zu einem seiner Schwerpunkte - und Schemke war federführend dabei.

Der Leitende Polizeidirektor Schemke verantwortete bislang eines der beiden Einsatzreferate im Ministerium. Er gilt als durchsetzungsstark, erfahren und gut vernetzt im Apparat. Der Familienvater, dessen Sohn ebenfalls bei der Polizei arbeitet, ist seit mehr als 40 Jahren Beamter und hat sich vom Polizeiwachtmeister hochgedient. Als Inspekteur wird er nun zuständig für alle uniformierten Polizisten in Nordrhein-Westfalen - das sind etwa 30.000 Frauen und Männer.

jdl