Betrugsverdacht in NRW Razzia gegen Betreiber von mehreren Corona-Testzentren

Die Polizei ermittelt gegen neun Betreiber von 14 Coronatestzentren in Nordrhein-Westfalen. 90 Einsatzkräfte haben Geschäftsräume und Wohnsitze der Beschuldigten durchsucht.
Corona-Testzentrum (Symbolbild)

Corona-Testzentrum (Symbolbild)

Foto: Danny Gohlke / dpa

In Nordrhein-Westfalen ist die Polizei gegen Betreiber von 14 Corona-Testzentren vorgegangen. Sie sollen in großem Stil nicht durchgeführte Schnelltests abgerechnet haben. Mit einer Razzia in mehreren Städten ging die Staatsanwaltschaft Wuppertal dem Verdacht nach. Ermittelt werde gegen neun Beschuldigte im Alter von 22 bis 57 Jahren, teilte die Behörde mit.

Die Verdächtigen sollen als Verantwortliche von drei Unternehmen mit Sitzen in Wuppertal und Remscheid insgesamt 14 Testzentren in Remscheid, Essen, Oberhausen, Velbert und Herne betrieben und gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung nicht durchgeführte Tests abgerechnet haben.

Die Ermittlungen begannen, als mehrere Bürger meldeten, Testergebnisse erhalten zu haben, obwohl sie gar keine Corona-Schnelltests gemacht hatten.

»Das Ausnutzen der Pandemiesituation und das Abrechnen nicht durchgeführter Coronatests, um sich zu bereichern, ist für mich an Verwerflichkeit nicht zu überbieten«, sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU). »Das sind schwerwiegende Straftaten.« Der Betrug an Bürgern und Staat sei inakzeptabel. Dankbar sei man den Bürgern, die die Ermittlungen mit ihren Hinweisen ins Rollen gebracht haben.

Neben Geschäftsadressen wurden auch die Wohnungen der Beschuldigten in Wuppertal, Remscheid, Mülheim/Ruhr, Langen und Essen durchsucht, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Insgesamt seien 90 Beamte im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher. Für den Fall einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Abrechnungsbetrugs müssten die Beschuldigten mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen.

kha/dpa
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