Europaweite Nachforschungen Mehrere frühere LKA-Chefs waren NS-Verbrecher

"Sie hätten niemals mehr als Polizisten arbeiten dürfen": Vier von sechs Ex-Direktoren des Landeskriminalamts in NRW waren Naziverbrecher - und pflegten auch nach dem Krieg alte Seilschaften.
Historiker Christoph Spieker (l.) und Martin Hölzl bei der Vorstellung des Gutachtens: "Sehr erschüttert"

Historiker Christoph Spieker (l.) und Martin Hölzl bei der Vorstellung des Gutachtens: "Sehr erschüttert"

Foto: Fabian Strauch/ DPA

Die ersten vier ehemaligen Chefs des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen waren nach Ansicht von Historikern an NS-Verbrechen beteiligt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die jetzt in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Der Historiker Martin Hölzl hatte für die Studie in Archiven mehrerer europäischer Länder geforscht. Das Landeskriminalamt des nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Bundeslands war im Oktober 1946 gegründet worden.

"Das Gutachten zeigt ein sehr bedrückendes Ergebnis", sagte nun der amtierende LKA-Chef Frank Hoever. "Von den sechs ehemaligen LKA-Direktoren müssen die ersten vier Direktoren als Täter des NS-Unrechtregimes in der Zeit bis Mai 1945 bezeichnet werden. Das hat mich sehr erschüttert!"

"Das Ergebnis ist umso erschreckender, als die Genannten in ihrem Amt teilweise eine Seilschaft aus der NS-Zeit pflegten", sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU). "Aus heutiger Sicht hätten sie niemals mehr als Polizisten arbeiten dürfen."

mxw/dpa
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