Islamismusverdacht Norwegens Polizei hatte Bogenschützen von Kongsberg unter Beobachtung

Bei einer Attacke im norwegischen Kongsberg soll ein Mann mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen getötet haben. Nun teilt die Polizei mit, dass es Zeichen einer islamistischen Radikalisierung gegeben habe.
Der Tatort im norwegischen Kongsberg

Der Tatort im norwegischen Kongsberg

Foto: Terje Bendiksby / AP

Nach dem tödlichen Angriff in der norwegischen Stadt Kongsberg hat die Polizei mitgeteilt, dass man den mutmaßlichen Täter wegen einer möglichen islamistischen Radikalisierung im Blick gehabt habe. Der Mann sei zum Islam konvertiert, die Behörden hätten ihn im vergangenen Jahr kontaktiert, sagte der Polizeipräsident des Distrikts Süd-Ost, Ole Bredrup Sæverud.

Eine Terrortat wollte Bredrup Sæverud auf der Pressekonferenz nicht ausschließen, man könne noch nichts sagen. Man verfolge mehrere Spuren.

Fünf Menschen getötet

Am Mittwoch soll der dringend tatverdächtige Mann zahlreiche Menschen in der norwegischen Stadt Kongsberg mit Pfeil und Bogen angegriffen haben: Fünf Menschen wurden getötet, zwei verletzt. Die Staatsanwältin sagte dem norwegischen Sender TV2 bereits vor der Pressekonferenz, dass der Mann die Taten gestanden habe. Der 37 Jahre alte dänische Staatsbürger wohne schon lange in Norwegen, sagte Polizeipräsident Bredrup Sæverud.

Laut einer Pressemitteilung der Polizei  ging die erste Meldung über den Angriff um 18.13 Uhr ein, fünf Minuten später seien die ersten Polizisten vor Ort gewesen, jedoch ebenfalls mit Pfeilen beschossen worden. Erst um 18.47 Uhr sei über Funk die Festnahme des Mannes bestätigt worden. Es sei möglich, dass die Morde zwischen dem Erstkontakt der Polizei mit dem Mann und der Festnahme stattfanden.

Laut Polizei starben vier Frauen und ein Mann im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Die Verletzten schwebten nicht in Lebensgefahr, einer der Verletzten sei ein Polizist, der aber privat unterwegs gewesen sei. Wie die Polizei mitteilte, kümmerten sich Seelsorger um Angehörige und auch um Polizisten, die in der Nacht im Einsatz waren.

Bredrup Sæverud bat die Menschen in Norwegen um Rücksicht in den sozialen Netzwerken. Durch schlimme Videos und Bilder sei viel Angst geschürt worden, das solle aus Respekt vor den Opfern aufhören.

hba/olbAFP/Reuters
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.