"NSU 2.0" Drohschreiben gegen Rechtsanwältin - Polizist vorübergehend festgenommen

Die Anwältin Seda Basay-Yildiz bekam Drohbotschaften, die einen Polizeiskandal in Frankfurt auslösten. Nun ist laut Medienberichten ein Polizist vorläufig festgenommen worden - er soll ein rassistisches Fax verschickt haben.

Polizisten in Frankfurt am Main (Symbolbild aus dem Jahr 2017)
DPA

Polizisten in Frankfurt am Main (Symbolbild aus dem Jahr 2017)


Ein Frankfurter Polizist ist wegen des Verdachts, rassistische Nachrichten geschrieben zu haben, vorläufig festgenommen worden. Das Berichten "Die Zeit" und die "Frankfurter Rundschau". Er soll der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz Drohfaxe geschickt haben. Ihm werden demnach Bedrohung und Volksverhetzung vorgeworfen.

Die Juristin hatte mehrere Drohbotschaften bekommen. Die erste ging im Sommer 2018 ein - das Fax war mit "NSU 2.0" unterschrieben. Dafür sollen Daten genutzt worden sein, die nur im Melderegister zu finden sind. Eine Spur führt zu fünf Polizisten und einer Kollegin des 1. Frankfurter Polizeireviers.

Unmittelbar vor dem Versenden des ersten Faxes waren dort Daten über die Anwältin abgefragt worden. Die Beamten sollen außerdem in der Chatgruppe "Itiot" Hitlerbilder und Hakenkreuze geteilt haben. Sie wurden suspendiert, die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt.

Wohnungen durchsucht

Der festgenommene Polizist soll laut der "Zeit" ebenfalls Teil der Chatgruppe gewesen sein. Seine Wohnungen in Frankfurt und dem mittelhessischen Kirtorf seien durchsucht worden. Er sei freigelassen worden, da die Voraussetzungen für einen Haftbefehl aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht vorgelegen hätten.

In den vergangenen Monaten sorgten mehrere Vorfälle mit rechtem Hintergrund für Aufsehen in Hessen. Im März sprach das Innenministerium von 34 Beamten, gegen die ermittelt würde, berichtete die "Frankfurter Rundschau". Mehrere weitere Beamte wurden demnach entlassen oder versetzt.

jpz

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