Rechtsextreme Schreiben Frankfurter Staatsanwaltschaft meldet 14 neue "NSU 2.0"-Drohmails

Unter dem Kürzel "NSU 2.0" werden weiter Drohmails verschickt. Seit einer Stellungnahme des hessischen Innenministers Beuth im Juli wurde die Staatsanwaltschaft über mehr als ein Dutzend neue Schreiben informiert.

Der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main sind 14 weitere "NSU 2.0"-Drohschreiben bekannt geworden. Diese seien seit der Sondersitzung des hessischen Innenausschusses am 21. Juli eingegangen, teilte ein Vertreter der Behörde mit. Für diese Schreiben sei die gleiche Tätergruppe verantwortlich wie für die bereits zuvor bekannten 69 Drohungen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa gingen zudem vier weitere Mails ein, die einem verdächtigen Ehepaar aus dem bayerischen Landshut zugerechnet würden. Das Paar wird verdächtigt, mehrere Schreiben mit beleidigenden, volksverhetzenden und drohenden Inhalten an Bundestagsabgeordnete und verschiedene andere Adressaten verschickt zu haben. Letzten Erkenntnissen zufolge handelte es sich jedoch nicht um die mit Zugriffen von hessischen Polizeicomputern in Verbindung stehenden Schreiben des "NSU 2.0". Die Verdächtigen sollen vielmehr rechte Trittbrettfahrer gewesen sein.

Justizministerin: Ermittlungen mit Nachdruck

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sagte indes, sie "habe den Eindruck gewonnen, dass das Ermittlungsverfahren mit Priorität und Nachdruck betrieben wird". Hörmann drückte den Betroffenen ihr Mitgefühl aus.

Von den Drohungen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft neben mehreren Politikerinnen von Linken und Grünen und anderen Personen des öffentlichen Lebens auch Hessens Innenminister Peter Beuth und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) betroffen. Das Kürzel "NSU 2.0" erinnert an die Terrororganisation "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU).

fek/AFP/dpa
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