92-jährige Zeugin Amtsgericht vernimmt Zschäpes frühere Nachbarin

Für den NSU-Prozess hat das Amtsgericht Zwickau eine 92-jährige ehemalige Nachbarin von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt befragt. Der Termin war umstritten, die letzte Befragung der Frau war abgebrochen worden.

Zerstörtes Haus in Zwickau: Charlotte E. wurde von Nichten gerettet
DPA

Zerstörtes Haus in Zwickau: Charlotte E. wurde von Nichten gerettet


Zwickau - Sie lebte einst Wand an Wand mit der mutmaßlichen Neonazi-Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund": Eine 92 Jahre alte Nachbarin von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ist in Zwickau als Zeugin befragt worden. Ein Richter des dortigen Amtsgerichts habe Charlotte E. im Auftrag des Münchner Oberlandesgerichts nicht-öffentlich vernommen, teilte ein Gerichtssprecher in Zwickau mit.

Zu Details, Inhalten oder Ergebnissen der Vernehmung machte er keinerlei Angaben. Die Zeugin, die unter Demenz leiden soll, war schon einmal per Videoschaltung mit dem Münchner Gericht verbunden gewesen, konnte den Fragen des Richters damals aber kaum folgen. Die Videovernehmung war darum nach wenigen Minuten abgebrochen worden. Nach dem Vernehmungsversuch sei E. so verwirrt und verstört gewesen, dass sie nicht einmal mehr die engsten Angehörigen erkannt habe, hatte ihr Neffe SPIEGEL ONLINE gesagt.

E. lebte einst neben Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt und wurde von Verwandten gerettet, nachdem vermutlich Zschäpe die Wohnung des Trios in Brand gesteckt hatte. In einer Vernehmung bei der Polizei hatte E. damals angegeben, dass zuvor noch jemand bei ihr an der Tür geklingelt habe. Die Bundesanwaltschaft wirft Zschäpe unter anderem versuchten Mord vor, weil sie den Tod der Frau - und zweier Handwerker - damals billigend in Kauf genommen habe.

bka/dpa



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