NSU-Prozess Beschuldigter Jan W. widerspricht Zschäpe

Beate Zschäpe versucht, sich mit ihrer Aussage im NSU-Prozess selbst zu entlasten - und belastet mutmaßliche Unterstützer der Terrorzelle. Einer von ihnen nennt Zschäpes Darstellung nun im SPIEGEL "vollkommen verrückt".
Beate Zschäpe: Wer war Waffenlieferant des NSU?

Beate Zschäpe: Wer war Waffenlieferant des NSU?

Foto: Tobias Hase/ dpa

Der ehemalige sächsische Neonazi-Aktivist Jan W. hat den jüngsten Aussagen der Hauptangeklagten im Münchner NSU-Prozess, Beate Zschäpe, widersprochen. Die mutmaßliche Rechtsterroristin hatte am Donnerstag vor Gericht erklären lassen, W. habe ihren Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos einst eine Pistole in den Untergrund geliefert; auch von einem Schalldämpfer sei damals die Rede gewesen. Das habe ihr Böhnhardt erzählt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

W. wies diese Behauptung nun zurück. Er sagte dem SPIEGEL, er habe "nie eine Waffe besessen, geschweige denn an die drei weitergegeben". Er kenne Zschäpe überhaupt nicht. Ihre Aussage sei "vollkommen verrückt".

Jan W. ist einer von insgesamt 14 Beschuldigten im NSU-Ermittlungskomplex; fünf von ihnen stehen derzeit in München vor Gericht - W. gehört nicht dazu.

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