Endlich verständlich Die wichtigsten Fragen und Antworten zum NSU-Prozess

Das Urteil im NSU-Prozess steht bevor. Wie hat sich Beate Zschäpe geäußert? Und wer hat die ganze Zeit geschwiegen? Der Überblick.
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Das Wichtigste zum NSU-Prozess - endlich verständlich

Der Prozess ist einer der größten in der Geschichte der Bundesrepublik. Es geht um die Straftaten der rechtsextremen terroristischen Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Die Vereinigung bestand nach Ansicht der Ankläger aus drei Mitgliedern: Uwe Böhnhardt (Jahrgang 1977), Uwe Mundlos (1973) und Beate Zschäpe (1975). Den dreien werden zehn Morde, eine Serie von Raubüberfällen und zwei Bombenanschläge zugerechnet. Ein weiterer Sprengstoffanschlag, für den der NSU verantwortlich sein soll, ist nicht Teil der Anklage.

Die drei waren 1998 untergetaucht. Anfang der Nullerjahre wurden innerhalb von sechs Jahren neun Männer türkischer und griechischer Herkunft mit derselben Pistole ermordet. Medien nannten die Taten oft abschätzig "Dönermorde". Die Ermittler brachten sowohl Täter als auch Opfer mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung. Im April 2007 wurde in Heilbronn die Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen. Auch hier kam die Polizei den Tätern lange nicht auf die Spur.

Anfang November 2011 wurde der NSU enttarnt. Nach einem Raubüberfall stellte die Polizei in Eisenach Mundlos und Böhnhardt in einem Wohnmobil. Mundlos erschoss daraufhin Böhnhardt und anschließend sich selbst. Wenig später brach in der Wohnung der drei in Zwickau ein Brand aus, gelegt von Beate Zschäpe, die daraufhin mit der Bahn quer durchs Land fuhr. Ihre Flucht endete am 8. November, als sie sich in Jena der Polizei stellt. Durch die in der abgebrannten Wohnung gefundene Mordwaffe und ein durch Zschäpe verbreitetes Bekennervideo wurde klar, dass der NSU für die Taten verantwortlich war.

In dem Prozess angeklagt ist Beate Zschäpe als einziges überlebendes mutmaßliches Mitglied des NSU, außerdem vier weitere Angeklagte. Sie sollen den NSU unterstützt haben.

Zu seinem Beginn im Mai 2013 wurde mit einer Prozessdauer von etwa zwei Jahren gerechnet. Zuletzt hat das Gericht vorsorglich Termine bis August 2018 eingeplant.

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