NSU Neuer Zschäpe-Verteidiger absolviert ersten Prozesstag

An seinem ersten Tag im NSU-Prozess meldete er sich nur kurz zu Wort: Beate Zschäpes neuer Verteidiger Mathias Grasel legte einen eher zurückhaltenden Auftritt hin, als zwei Zeugen zur Fluchtwohnung und einem angemieteten Wohnmobil aussagten.

Beate Zschäpe und ihr neuer Verteidiger Mathias Grasel bei der Beweisaufnahme
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Beate Zschäpe und ihr neuer Verteidiger Mathias Grasel bei der Beweisaufnahme


Im Münchner NSU-Prozess hat sich die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zum ersten Mal von ihrem neuen Verteidiger Mathias Grasel vertreten lassen. Mit ihren drei bisherigen Anwälten, die ihre Pflichtmandate weiter ausüben, sprach Zschäpe wie schon zuletzt nur wenig. Der 30-jährige Grasel war vor einer Woche vom Oberlandesgericht als zusätzlicher Verteidiger bestellt worden. An seinem ersten Tag meldete er sich nur einmal kurz zu Wort.

Als Zeuge war am Dienstag ein sächsischer Neonazi aus dem Umfeld des NSU geladen. Richter, Nebenkläger und ein Prozessvertreter der Bundesanwaltschaft wiesen ihn mehrmals und teils massiv auf die Folgen einer Falschaussage hin.

Der Zeuge sollte Aufschluss über die Anmietung einer der Fluchtwohnungen des NSU-Trios liefern. Außerdem erwartete sich das Gericht von ihm Aussagen über die Unterstützerszene. Auch nach mehreren Stunden antwortete er aber meist ausweichend oder machte Gedächtnislücken geltend.

Rätselhaft blieb auch, wer Ende Oktober 2011 das Wohnmobil mietete, in dem sich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 nach einem missglückten Banküberfall in Eisenach mutmaßlich selbst erschossen.

Als Zeugin sagte eine Mitarbeiterin der Zwickauer Autovermietung aus, die sich an ein "Pärchen" erinnerte. Auf Fotos tippte sie auf Böhnhardt und Zschäpe. Auf eine Frage von Rechtsanwalt Grasel sagte sie, es sei der Mann gewesen, der Mietpreis und Kaution bar bezahlt habe.

Die Zeugin sagte auch, einmal hätten die Mieter ein kleines Mädchen dabeigehabt, das die Frau "Mama" nannte. Die Frau sei dann allein mit dem Kind in einem Auto weggefahren.

Rechtsanwalt Wolfgang Stahl wandte darauf ein, dass dies der Zschäpe bislang zugewiesenen Rolle widerspreche, wonach sie "Kassenwart" des NSU war. Außerdem habe die Zeugin die Frau in einem Auto wegfahren sehen - bei Zschäpe sei aber fraglich, "ob sie überhaupt in der Lage ist, ein Auto zu lenken". Einen Führerschein besitzt sie nicht.

gam/dpa

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ERICRODHE 14.07.2015
1. The Show Must Go On
Das ganze erinnert mich an die Jeschowka (Stalins Schauprozesse in der 30-iger Jahren). Nur eben ganz, ganz "rechtstaatlich". Egal wie lange sie sitzt, sie ist ist nur der Esel beim Prügeln des Sackes Rechtextremismus, dieser Arbeitsbeschaffungsmaßnahme des Verfassungsschutzes. Auch wenn einige Beteiligte das Ganze gutgläubig anders sehen. Diese ganzen Prozesse sind eine Schande für die BRD.
fritze28 14.07.2015
2. Ein witz
Wenn so ein Prozess gegen einen Lobbyisten oder Politiker geführt werden würde, würde man ihn mindestens 6 Monate unterbrechen, damit er sich einarbeiten kann. Jedoch zählt hier kein Gesetzt mehr. Beschuldigte sind über 4 Jahre in U-Haft was nicht zulässig ist. Zeugen sterben auf unbekannte Weise. Akten geschreddert und Beweise gefälscht. Strengstoff und Waffen vom Staat an V-Leute gegeben und zum Einsatz gebracht, korrupte Justiz und Politik erschaffen ein Gespenst und eine Geschichte um andere Sachen zu vertuschen. Dieser Staat, Justiz, Politik und Polizei ist korrupt bis ins Mark und lügt sich eine NSU zusammen. Berichten Sie hier die Wahrheit über alle korrupten Dinge und klagen sie die Politik an....los. Dieses ganze Verfahren ist eine Lüge und ein Witz und ein Schlag ins Gesicht für jedes Opfer. Nicht Tschäpe ist schuld, sondern BKA und Politik.
Daniel M. 14.07.2015
3. Herrjemine @fritze28
Was haben Sie denn zu sich genommen, als Sie ihre Geistesblasen in diesem Form platzen ließen? Ihre widersprüchlicher und sinnfreier Verschwörungsrausch, in den Sie sich hineingesteigert haben, geht schon so weit, dass Sie die rechte Mörderbande namens NSU schlicht als Erfindung des Staates abtun und die Angeklagte Zschäpe als unschuldiges Opfer staatlicher Willkür hinstellen. Ja wie geistig umnachtet müssen Sie sein, um Ihren Schwachsinn nicht wenigstens für sich behalten zu können.
ra-moabit 14.07.2015
4. nun ja....
bis zum "vertuschen" ist das nicht ganz von der Hand zu weisen.
jens.von.basten 14.07.2015
5. Herrjemine @Daniel M.
Bevor Sie solche Tritte verteilen, sollten Sie vielleicht einmal einen kleinen Blick in die geleakten Ermittlungsakten und deren Auswertung werfen. Oder werfen Sie halt nur einen Blick in die Akten und werten dann selber aus. Beweismittelfälschungen/ Beweismittelbetrug vom feinsten, sauber nachgewiesen. Und zwar SYSTEMATISCH! Und nur weil sich die Leitmedien nicht dieses Themas annehmen, bedeutet das ganz sicher nicht, dass es deshalb kein wichtiges Thema ist.
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