Plädoyers der Anklage im NSU-Prozess "Alle drei schweißte ein unbedingtes Vertrauen zusammen"

Die Bundesanwaltschaft hat auch am zweiten Tag ihres Plädoyers im NSU-Prozess schwere Vorwürfe gegen Beate Zschäpe erhoben. Sie sei gleichberechtigtes Mitglied in der rechtsextremen Terrorzelle gewesen.

Beate Zschäpe
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Beate Zschäpe


Im NSU-Prozess hat die Bundesanwaltschaft ihr Plädoyer fortgesetzt. Die Hauptangeklagte spielte demnach bei der Tarnung des "Nationalsozialistischen Untergrunds" eine zentrale Rolle. Beate Zschäpe sei es stets darum gegangen, ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt "sorgfältigst abzusichern", sagte Oberstaatsanwältin Anette Greger vor dem Münchner Oberlandesgericht. Sogar untereinander hätten sich die drei mit ihren Tarnnamen angeredet.

Die Anklage sieht das NSU-Trio als eingeschworene Gemeinschaft: "Alle drei schweißte ein unbedingtes Vertrauen zusammen", sagte Greger und sprach von einer "sehr engen, vertrauensvollen Bindung". Nur wegen dieses engen Zusammenspiels hätten sie die Morde und Anschläge so lange unentdeckt begehen können. "Jedem kamen bestimmte Aufgaben im Sinne der gemeinsamen Sache zu." Damit bekräftigte Greger den Anklagevorwurf, Zschäpe sei gleichberechtigtes NSU-Mitglied gewesen.

Das enge Zusammenspiel leitete Greger beispielsweise davon ab, dass der "Hauptcomputer" im Zimmer Zschäpes stand. Auch das "Haupthandy" und ein Laptop seien in ihrem Besitz gewesen. Die Ausstattung des NSU mit Sim-Karten für Mobiltelefone sei "ausschließlich" über Zschäpe erfolgt.

Im Video: Der NSU-Prozess in Zahlen

In ihrer eigenen Aussage hatte Zschäpe erklärt, kein NSU-Mitglied gewesen zu sein, und sich als abhängig von Mundlos und Böhnhardt bezeichnet. Von den Morden habe sie immer erst hinterher erfahren.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Dienstag nach mehr als vier Jahren Prozessdauer mit ihrem Plädoyer begonnen, das rund 22 Stunden dauern soll, verteilt auf mehrere Tage. Schon zu Beginn hatte Bundesanwalt Herbert Diemer deutlich gemacht, dass die Anklage eine Verurteilung der 42-Jährigen als Mittäterin an allen Morden, Anschlägen und Überfällen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" anstrebt.

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Anwälte, Ankläger, Gutachter: Die wichtigsten Personen im NSU-Prozess

wit/dpa/AFP

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