Prozessbeginn Mutmaßlicher Messerstecher von Nürnberg bittet um Entschuldigung

Der Vorwurf lautet versuchter Mord an drei Frauen: Im Prozess um die Nürnberger Messerangriffe hat der Angeklagte Reue gezeigt. Eine Erklärung für die Taten lieferte er bislang jedoch nicht.

Der Angeklagte mit seinem Anwalt Udo Freier im Gerichtssaal: Drei Frauen am Oberkörper schwer verletzt
Daniel Karmann/dpa

Der Angeklagte mit seinem Anwalt Udo Freier im Gerichtssaal: Drei Frauen am Oberkörper schwer verletzt


Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat der Prozess um die unvermittelten Messerattacken auf drei Frauen in der Nürnberger Innenstadt begonnen. Der Angeklagte bat die Opfer nach den Angriffen im Stadtteil St. Johannis um Entschuldigung. "Es tut mir unheimlich leid", sagte der 39-Jährige.

Dem seit Monaten in Untersuchungshaft sitzenden Mann wirft die Staatsanwaltschaft versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Er hatte die Taten gestanden, machte allerdings keine Angaben zum Motiv. Er könne sich die Attacke selbst nicht erklären. Eine Polizeistreife hatte den Verdächtigen kurz nach der Tat gefasst.

Der Mann soll im Dezember binnen weniger Stunden drei Frauen im Alter von 26, 34 und 56 Jahren niedergestochen haben. Alle drei Opfer waren am Oberkörper schwer verletzt worden - zwei der Frauen waren zeitweise in Lebensgefahr. Die Tatorte lagen nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt.

Schnaps und Messer gestohlen

Eine Polizeistreife hatte den mehrfach vorbestraften 39-Jährigen nach der Tat festgenommen. Wenig später kam der Obdachlose in Untersuchungshaft. Nürnbergs Polizeipräsident Roman Fertinger hatte damals eine massive Zunahme von Messerangriffen in seinem Zuständigkeitsbereich beklagt. Ob die Nürnberger Zahlen einen bundesweiten Trend widerspiegeln, lässt sich jedoch nicht sagen.

Der Mann war kurz vor den Messerangriffen schon einmal von der Polizei gefasst worden. Diese setzte ihn aber wieder auf freien Fuß. Er hatte eine Flasche Schnaps und ein Messer gestohlen. Mit einem anderen Messer soll er dann die Straftaten begangen haben.

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt, 27 Zeugen sollen aussagen. Ein Urteil könnte Mitte Oktober fallen.

apr/dpa/AFP



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