NRW und Hessen Polizei nimmt mutmaßliche Marihuana-Händler fest

Mit Durchsuchungen und 20 Festnahmen ist die Polizei gegen eine mutmaßliche Bande vorgegangen, die bundesweit mit Drogen gedealt haben soll. Dabei wurden auch Marihuana-Plantagen entdeckt.
Blaulicht (Symbolbild)

Blaulicht (Symbolbild)

Foto: Patrick Seeger/ picture alliance/dpa

Mit der Durchsuchung zahlreicher Gebäude, einem vollstreckten Haftbefehl und weiteren 20 Festnahmen sind Hunderte Einsatzkräfte der Polizei in Nordrhein-Westfalen, Hessen sowie im Nachbarland Luxemburg gegen eine mutmaßliche Drogenbande vorgegangen.

Die umfangreichen Ermittlungen basieren nach Angaben der Polizei in Oberhausen und der zuständigen Staatsanwaltschaft in Duisburg erneut auf den sogenannten EncroChat-Auswertungen. Die Verdächtigen, die offenbar die albanische Staatsangehörigkeit haben, sollen bandenmäßig den bundesweiten Handel mit Betäubungsmitteln betrieben haben.

Die beiden Hauptverdächtigen sollen Lieferungen von Marihuana in der Größenordnung von mehr als 100 Kilogramm aus Albanien organisiert haben. Der Vertrieb vor Ort sei dann durch vier weitere Albaner im Ruhrgebiet (Essen, Oberhausen und Bottrop) durchgeführt worden, teilten die Behörden mit . Es seien mehrere Depots ausgehoben worden. Zahlreiche Marihuana-Lieferungen von je fünf bis 20 Kilogramm im ganzen Bundesgebiet könnten nachvollzogen werden.

Marihuana-Plantagen entdeckt

Ein Haftbefehl und 19 Durchsuchungsbeschlüsse wurden in Oberhausen, Heinsberg, Lüdenscheid, Bottrop, Gelsenkirchen, Essen und Gladbeck sowie im hessischen Korbach und in Strassen in Luxemburg vollstreckt. Die Durchsuchungen aller Objekte förderten neben drei Marihuana-Plantagen mit mehr als tausend Pflanzen zudem Bargeld in sechsstelliger Höhe, eine Schusswaffe und weitere Beweismittel zutage.

19 Verdächtige aus NRW und ein Mann aus Hessen seien festgenommen worden und sollen teilweise dem Haftrichter vorgeführt werden. Ein Haftbefehl wurde bereits vollstreckt.

»Der heutige Einsatz war ein großartiger Erfolg für die Ermittler und die rund 500 Einsatzkräfte«, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul der Deutschen Presse-Agentur. »Um Lieferengpässe aus dem Ausland vorzubeugen, hat die Bande auch hochmoderne Plantagen in Deutschland installiert; zwei davon wurden allein in NRW beschlagnahmt.« Wer glaube, dass eine derartig organisierte Kriminalität mit der Legalisierung von Cannabis verschwinden würde, unterschätze die Dimensionen dieses Problems, so Reul. »Wir werden den illegalen Drogenhandel jedenfalls weiterhin mit allen Mitteln bekämpfen.«

kha/ptz/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.