Verbindung zu Haupttäter von Münster 45-Jähriger in Österreich zu 15 Jahren Haft verurteilt

In Österreich ist ein Mann wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen worden. Deutsche Polizisten waren ihm bei den Ermittlungen gegen den Haupttäter aus der Münsteraner Gartenlaube auf die Spur gekommen.
In dieser Gartenlaube am Stadtrand von Münster missbrauchten Männer mehrere Kinder

In dieser Gartenlaube am Stadtrand von Münster missbrauchten Männer mehrere Kinder

Foto: Marcel Kusch / dpa

In Verbindung mit dem Missbrauchsnetzwerk rund um eine Gartenlaube am Rande der Stadt Münster ist ein weiterer Angeklagter zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Wie die Polizei in Münster mitteilte, verurteilte das Landgericht im österreichischen Klagenfurt einen 45-Jährigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Österreicher acht Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren missbraucht hatte. Für den Mann wurde zudem die Einweisung in eine Anstalt für »geistig abnorme Rechtsbrecher« angeordnet.

Die Kriminalbeamten der »Ermittlungskommission Rose« waren dem Lastwagenfahrer durch die Auswertung von Chatverläufen mit dem Hauptbeschuldigten aus Münster auf die Spur gekommen. Intensive Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der bei der Staatsanwaltschaft Köln ansässigen Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) Nordrhein-Westfalen führten dann Anfang Dezember 2020 zur Festnahme des Mannes in Kärnten. Der Prozess gegen einen dort ebenfalls festgenommenen damals 24-jährigen Deutschen stehe noch aus.

Ermittler fanden riesige Mengen Videomaterial

In dem 2020 aufgedeckten Fall waren Kinder in einer Gartenlaube in Münster und an anderen Orten vergewaltigt worden. Die Ermittler fanden dort umfangreiche kinderpornografische Videos und Fotos sowie Aufnahmetechnik, die der als Haupttäter geltende Stiefvater eines immer wieder missbrauchten Jungen  installiert hatte.

Bislang hat die Polizei mehr als 30 Opfer identifiziert und über 50 Verdächtige ausfindig gemacht, die zum Teil schon verurteilt worden sind. Die Polizei in Münster hatte insgesamt 1,5 Millionen Gigabyte Daten sichergestellt, die die Taten dokumentieren.

fek/dpa/AFP