Österreich Duo fliegt mit 1,5 Milliarden Dollar Falschgeld auf

Schnelles Geld auf die leichte Tour: Mit gefälschten Banknoten und Zertifikaten in einer Gesamthöhe von 1,5 Milliarden Dollar sind zwei Deutsche im Kleinwalsertal aufgeflogen. Die Männer aus Essen und dem Kreis Kleve sollen versucht haben, eine Bank zu betrügen.


Kempten - Es war nicht der berühmte Zufall, der sie zur Strecke brachte, eher schon ihre eigene Unverfrorenheit: Zwei Deutsche haben nach Polizeiangaben einer Bank im österreichischen Kleinwalsertal gefälschte Zertifikate und Geldscheine mit einem Nennwert von 202 Millionen Dollar andrehen wollen.

Gefälschte Dollarnoten: Dreister Betrugsversuch
DDP

Gefälschte Dollarnoten: Dreister Betrugsversuch

Das Kreditinstitut ließ die Silberzertifikate jedoch bei einer Schweizer Bank überprüfen, wodurch der Betrug aufflog, wie ein Polizeisprecher aus dem Kleinwalsertal SPIEGEL ONLINE am heutigen Donnerstag sagte.

Der 51 Jahre alte Mann aus Essen, ein arbeitsloser Maschinenbautechniker, und ein 45 Jahre alter juristischer Assessor aus dem Kreis Kleve (NRW) wurden festgenommen. Bei ihnen fanden die Ermittler weitere gefälschte Banknoten und Zertifikate im Nennwert von noch einmal 288 Millionen Euro sowie einen Lagerschein über 1000 Zertifikate im Nennwert von je einer Million Dollar. Die Gesamtsumme belaufe sich damit auf knapp 1,5 Milliarden Dollar, so der Beamte.

Die Deutschen hätten erklärt, sie arbeiteten im Auftrag eines niederländischen Devisenhändlers. Sie versuchten laut Polizei am Mittwoch, Fälschungen im Nennwert von 202 Millionen Dollar auf drei Konten anzulegen, um sich diese später in Euro auszahlen zu lassen.

Es habe sich um Zertifikate mit einem aufgedruckten Wert von einer Million Dollar gehandelt, so Polizeisprecher Michael Schwärzler. Solche Zertifikate gebe es aber offenbar nur mit einem Wert von 100.000 Dollar.

Gegen den Beschuldigten vom Niederrhein erließ ein Haftrichter in Kempten den Angaben zufolge am Donnerstag Haftbefehl. Die dortige Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts von Betrugs- und Fälschungsdelikten. Der 51-jährige Essener machte nach seiner Festnahme gesundheitliche Probleme geltend und wurde von der Polizei in ein Krankenhaus im Allgäu gebracht. "Nachdem keine Erkrankung vorlag, wurde dem Mann die Festnahme erklärt", so die Ermittler.

Das Kleinwalsertal gehört zum österreichischen Bundesland Vorarlberg, ist aber über Straßen nur von Deutschland aus erreichbar. Es gebe viele Banken und es sei auch üblich, dass dort große Summen angelegt würden, so ein Polizeisprecher.

jdl/ddp/AP



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