Tochter jahrelang in Keller eingesperrt Fritzl bleibt in der Psychiatrie

Der heute 87-Jährige vergewaltigte seine Tochter über Jahre hinweg. Dafür bekam er lebenslänglich – hätte aber unter Umständen 2023 freikommen können. Das hat die Justiz nun verhindert.
Gerichtsgebäude in St. Pölten (2009): Josef Fritzl wurde wegen Mordes, Vergewaltigung und Sklavenhaltung verurteilt

Gerichtsgebäude in St. Pölten (2009): Josef Fritzl wurde wegen Mordes, Vergewaltigung und Sklavenhaltung verurteilt

Foto: Miguel Villagran/ Getty Images

Josef Fritzl hielt seine Tochter jahrelang in einem Keller im österreichischen Amstetten gefangen, vergewaltigte sie und zeugte Kinder mit ihr. Zurzeit sitzt der zu lebenslanger Haft Verurteilte in einer Anstalt für psychisch gestörte, aber zurechnungsfähige Verbrecher – und daran wird sich so schnell auch nichts ändern.

Der 87-Jährige, der seinen Namen mittlerweile geändert hat, darf nicht in ein normales Gefängnis in Österreich verlegt werden. Das Oberlandesgericht in Wien habe entschieden, dass seine Unterbringung in der Anstalt weiter notwendig sei, teilen Justizbehörden mit.

Es liege weiterhin eine schwere, nicht behandelbare Erkrankung vor, argumentiert das Berufungsgericht. Es gibt damit der Staatsanwaltschaft recht, die gegen das Ende des Maßregelvollzugs Berufung eingelegt hatte.

Wäre Fritzl in ein normales Gefängnis überstellt worden, hätte er nächstes Jahr freikommen können. Nach österreichischem Recht ist eine Entlassung auf Probe aus lebenslanger Haft nach 15 Jahren möglich. Jedoch wäre bei solch einem Schritt auch die Staatsanwaltschaft eingebunden worden.

Fritzl war 2009 unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung und Sklavenhaltung verurteilt worden. Er hatte seine Tochter 24 Jahre lang in einem selbst gebauten Keller unter seinem Haus in Amstetten in Niederösterreich gefangen gehalten. Er zeugte mit ihr sieben Kinder. Ein Sohn starb kurz nach der Geburt an einer Erkrankung.

Seiner Frau und den Nachbarn erklärte Fritzl, dass sich die Tochter einer Sekte angeschlossen habe. Sein Doppelleben flog 2008 auf.

ptz/dpa
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