Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte Multiple-Sklerose-Erkrankter plant Klimaklage

Ein an MS erkrankter Österreicher will vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ziehen. Sein Land schütze ihn nicht ausreichend vor der Klimakrise.
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Archivbild)

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Archivbild)

Foto: Rolf Haid/ dpa

»Ich bin jetzt schon von der Klimakrise betroffen«: Ein Mann aus Österreich will vor dem EGMR gegen sein Land vorgehen. Es sei in Österreich nicht möglich, das Recht auf Gesundheit im Zusammenhang mit Umwelteinflüssen einzuklagen.

Der Mann, der sich Mex M. nennt, berichtete, dass er an einer temperaturabhängigen Form der Nervenkrankheit leide. Wegen des sogenannten Uhthoff-Phänomens sei er ab 25 Grad Celsius auf den Rollstuhl angewiesen. M. will vor dem Gericht in Straßburg gegen Österreich vorgehen, weil sein Land keine Möglichkeit biete, das Recht auf Gesundheit im Zusammenhang mit Umwelteinflüssen einzuklagen. Unterstützt wird der 40-Jährige bei seiner »Klimaklage« unter anderen von der Klimabewegung Fridays for Future.

Die Klage soll im April eingereicht werden. M. stehe für Millionen Menschen, deren Grundrechte von der Klimakrise betroffen seien, wurde seine Anwältin Michaela Krömer in der Mitteilung von Fridays for Future  zitiert. »Ich bin jetzt schon von der Klimakrise betroffen und in Zukunft noch viel stärker«, sagte M. »Ich bin nicht gerne hilflos, und noch weniger gerne rechtlos.«

Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft zufolge erleben viele Erkrankte bei Hitze vorübergehende Schwäche, Sehprobleme oder sogar Lähmungen.

bbr/dpa