Tote Ärztin aus Österreich Vorläufiges Obduktionsergebnis im Fall Lisa-Maria Kellermayrs liegt vor

Auf Wunsch der Angehörigen: Die Leiche von Lisa-Maria Kellermayr wurde obduziert. Die Ärztin war vor ihrem Tod monatelang von Impfgegnern bedroht worden, die deutsche Regierung zeigte sich »tief bestürzt« über den Fall.
Gedenkveranstaltung für die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr in Linz

Gedenkveranstaltung für die Ärztin Lisa-Maria Kellermayr in Linz

Foto: Fotokerschi.At/Hannes Draxler / picture alliance/dpa/APA

Nach dem Tod der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr ist ihre Leiche nun doch obduziert worden. Die Obduktion sei auf Wunsch der Angehörigen erfolgt, sagte ein Justizsprecher nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Kellermayr war von Gegnern der Coronamaßnahmen bedroht worden.

Das vorläufige Obduktionsergebnis habe einen Suizid bestätigt, teilte die Staatsanwaltschaft Wels mit. »Insbesondere sind keine Hinweise auf eine Einwirkung von Dritter Hand zu Tage getreten.«

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Kellermayr wurde Ende vergangener Woche tot in ihrer Praxis in Oberösterreich aufgefunden. Die Medizinerin hatte sich stark für Coronaimpfungen engagiert und unter anderem bei Twitter von monatelangen Einschüchterungen bis hin zu Morddrohungen  berichtet – und schließlich unter Berufung darauf ihre Praxis geschlossen. Sie begründete die Entscheidung damit, ihren Mitarbeitern keine Perspektive bieten zu können, »unter normalen Umständen« zu arbeiten.

In dem Fall ermittelt auch die Staatsanwaltschaft München »gegen eine männliche Person wegen des Verdachts der Beleidigung und Bedrohung«. Details wollte eine Sprecherin der Behörde nicht nennen.

Die deutsche Bundesregierung hat sich unterdessen »tief bestürzt« über den Tod Kellermayrs gezeigt. Ein Regierungssprecher sagte, es sei Kanzler Olaf Scholz (SPD) und der Bundesregierung ein besonderes Anliegen, sich gemeinsam mit den österreichischen Freunden gegen den Hass zu stellen. Drohungen, Gewalt und Hetze seien auf das Schärfste zu verurteilen, gerade auch, wenn sie sich gegen medizinisches Personal und Ärztinnen und Ärzte richteten.

Die deutschen Sicherheitsbehörden kooperierten mit den österreichischen Behörden bei den Ermittlungen. »Digitaler Hass« im Internet bleibe viel zu häufig straflos, so der Sprecher. »Digitale Gewalt werden wir mit all unseren rechtsstaatlichen Mitteln und der Härte des Gesetzes bekämpfen.«

bbr/AFP/dpa
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