Olympischer Fackellauf Russischer Demonstrant mit Regenbogenflagge festgenommen

Ein Zuschauer des olympischen Fackellaufs hat aus Protest gegen Homophobie in Russland eine Regenbogenfahne geschwenkt. Kurz darauf haben Sicherheitskräfte ihn zu Boden gerungen und festgenommen.
Pavel Lebedev wird zu Boden gerungen: Die Fahne hält er noch in der Hand

Pavel Lebedev wird zu Boden gerungen: Die Fahne hält er noch in der Hand

Foto: Andrei Nasonov/ AP/dpa

Moskau - Ein homosexueller russischer Demonstrant ist festgenommen worden, weil er beim olympischen Fackellauf eine Regenbogenfahne entrollt hat, ein internationales schwul-lesbisches Symbol. Die Fackel war in seiner Heimatstadt Voronezh angekommen, gut 900 Kilometer von Sotschi entfernt, wo am 7. Februar die Olympischen Winterspiele beginnen werden.

Ein Freund von ihm hat Fotos in Netz gestellt, die den Demonstranten Pavel Lebedev mit der Flagge zeigen - und auch, wie er anschließend von Olympia-Sicherheitsleuten niedergerungen wird in den Schnee. Schließlich kam die Polizei, um ihn festzunehmen. Die Nachrichtenagentur AP erreichte Lebedev per Telefon in der Polizeistation, er sagte, er werde noch immer befragt.

"Die Spiele hier auszurichten, widerspricht den grundlegenden Prinzipien der Olympischen Spiele, die darin bestehen, Toleranz zu fördern", so der Demonstrant. Als Grund für seinen Protest gab er wachsende Homophobie in seinem Heimatland an.

Wladimir Putins umstrittenes Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" hat international für Empörung gesorgt, Kritiker beklagen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Homosexuellenverbände hatten daraufhin gefordert, in Sotschi gegen Diskriminierung protestieren zu dürfen. Erst sollte das verboten werden, dann lockerte Putin die Regelung ein wenig.

Proteste dürften nun doch stattfinden, unter der fragwürdigen Bedingung, dass sie mit den Behörden genau abgestimmt werden.