"Operation Hackerazzi" FBI schnappt Dieb von Johanssons Nacktfotos 

Scarlett Johansson gehört zu seinen Opfern, Mila Kunis und Christina Aguilera vermutlich auch: Das FBI hat einen Verdächtigen festgenommen, der Fotos und Dokumente von den Rechnern der Stars geklaut haben soll. Auf diese Weise waren private Nacktbilder ins Internet gelangt.

Getty Images

Los Angeles - Ein Hacker, der private Informationen und Fotos von mehr als 50 Prominenten gestohlen haben soll, ist in Florida festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen vor, über Monate hinweg die E-Mail-Konten und Handys Dutzender Hollywoodstars angezapft zu haben.

Zu den Opfern zählt Scarlett Johansson, Nacktfotos der Schauspielerin waren im September im Internet aufgetaucht. Die 26-Jährige hatte die Bilder angeblich selbst vor einem Spiegel mit einer Handykamera aufgenommen.

Die "Los Angeles Times" berichtet, dass den Ermittlern zufolge auch Christina Aguilera, Mila Kunis und Renee Olstead zu den Opfern gehören sollen. Die Ermittlungen liefen unter dem Namen "Operation Hackerazzi".

Der Verdächtige kam gegen eine Kaution von 10.000 US-Dollar (7.300 Euro) vorerst auf freien Fuß. "Datendiebstahl ist eine echte Bedrohung", sagte Staatsanwalt Andre Birotte. Leute, die daran beteiligt sind, bezeichnete er als "Abschaum".

Johansson hatte sich daraufhin beklagt. "Nur weil man im Rampenlicht steht, ein Schauspieler oder Filmemacher oder egal was ist, bedeutet das nicht, dass man kein Recht auf Privatsphäre hat", sagte sie dem Nachrichtensender CNN.

Der Hacker soll ab November 2010 private E-Mails abgefangen haben, indem er Kopien an seinen eigenen Account weiterleitete. Dabei hatte er laut Staatsanwaltschaft auf persönliche Informationen, Drehbücher und Gespräche zwischen Prominenten Zugriff, ohne dass die Opfer dies bemerkten.

Dem Mann werden Computer-Hacking, Identitätsbetrug und illegale Telefonüberwachung vorgeworfen. Im Falle eines Schuldspruchs in allen Punkten drohen ihm laut "Los Angeles Times" 121 Jahre Gefängnis.

"Informationen von Prominenten lassen sich sehr gut verkaufen", sagte ein Sprecher des FBI. Es gingen weiterhin neue Anzeigen von Prominenten wegen gestohlener privater Daten ein. Die Sprecher der betroffenen Stars waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Verdächtige schwieg zu den Vorwürfen.

hut/dapd/dpa

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